Cetuximab

Zuletzt aktualisiert am: 20.04.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Definition

Monoklonaler, chimärer IgG-Antikörper, der gezielt den epidermalen Wachstums-Faktor-Rezeptor (EGFR) (s.u. Wachstumsfaktoren) blockiert ( Tyrosinkinaseinhibitor), der zur Therrapie des koloreaktalen Karzinoms sowie von Plattenepithelkarzinomen im Kopf-und Halsbereich eingesetzt wird.

Wirkungen

  • Spezifische und kompetitive Bindung an den EGF-Rezeptor (Epidermal Growth Factor Receptor). Somit Unterbindung der Kopplung endogener Liganden am Rezeptor. Dimerisierung des Rezeptors unterbleibt, konsekutiv keine Aktivierung der Tyrosinkinase durch Autophosphorylierung. Daher keine Initiation der aktivierenden intrazellulären Signalkaskade sowie keine Änderungen im Expressionsmuster regulierender Gene (Zellwachstum und Zelldifferenzierung werden unterbunden).
  • In-vitro-Untersuchungen demonstrierten eine Internalisierung des Rezeptor-Antikörper-Komplexes (d.h. Rücktransport des gesamten Komplexes in das Zellinnere). Folge ist die Reduktion der Dichte von Wachstumsrezeptoren auf der Zelloberfläche. Somit reduzierte Invasion der Tumorzellen in gesundes Gewebe sowie reduzierte Metastasierung.
  • Beeinflussung der Angiogenese durch verringerte Produktion des Angiogenesefaktors VEGF. Folge: Hemmung der Proliferation und Invasion tumoraler Zellen.

Indikation

U.a. bei kolorektalen Karzinomen. Einzelberichte existieren über Erfolge bei metastasierten Plattenepithelkarzinomen (s.u. Karzinom, spinozelluläres).

Unerwünschte Wirkungen

Aus dermatologischer Sicht Acne medicamentosa (sehr häufig). Das Auftreten von Hautveränderungen soll mit einem Therapieeffekt korrelieren und ist 2-6 Wochen nach Therapiebeginn zu erwarten.

Weitere dermatologische Nebenwirkungen sind ausgedehnte makulo-papulöse Exantheme, Urtikaria bis hin zum anaphylaktischen Schock.

Weiterhin existieren Berichte über Erythema multiforme, diffuse Alopezie, Paronychien, Vitiligo, Puritus.

Akute Überempfindlichkeitsreaktionen wurden bei einigen Patienten beobachtet, die erstmals Rituximab Infusionen erhielten. Diese Soforttyp-Reaktionen wurden auf ein vorbestehendes  "Alpha-Gal-Syndrom"  zurückgeführt. Das Alpha-Gal-Syndrom stellt eine neue Klasse von Nahrungsmittelallergien dar. Es wird zu den Summationsanaphylaxien gerechnet. Die Symptome treten als dosis- und kofaktorabhängiges Schwellenphänomen auf (Kofaktoren können Anstrengungen, nichtsteroidale Antiphlogistika, Alkohol, Stress und  Infektionen sein). Allergische Sofortreaktionen treten nur bei intravenöser Applikation von Alpha-Galaktose-haltigen Medikamenten (Cetuximab, Gelatine-haltige Kolloidlösungen z.B. Gelafundin®) auf. Als Alternative für Cetuximab wird Panitumumab aufgeführt ein humanisierter Anti-EGFR-mAK ohen alpha-Gal-Strukturen. . 

Präparate

Erbitux

Literatur
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  1. Bauman JE et al. (2007) Treatment of recurrent squamous cell carcinoma of the skin with cetuximab. Arch Dermatol 143: 889-892
  2. Braun-Falco M et al. (2006) Follikuläre Arzneimittelreaktion auf Cetuximab. Hautarzt 57: 701-704
  3. Busam KJ et al. (2001) Cutaneous side-effects in cancer patients treated with the antiepidermal growth factor receptor antibody C225. Br J Dermatol 144: 1169-1176
  4. Sachs B et al. (2018) Akute Überepfindlichkeitsreaktionen auf monoklonale Antikörper uur zielgerichteten Therapie. Hautarzt 69: 268-277 
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