Cantharidenpflaster

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Aderlass weißer; Weißer Aderlass

Definition

Pflaster, das mit Salbe aus Canthariden als Hauptwirkstoff bestrichen ist und zum Erzeugen von Hautblasen (Blasenziehen) eingesetzt wird. Cantharidin wird von der spanischen Fliege, einer Laufkäferart (Lytta vesicatoria Fabricius) gewonnen. Der Wirkstoff führt zu einer Verbrennung der behandelten Haut mit Blasenbildung. Vom Wirkmechanismus ähnlich der Schröpftherapie.

Wirkungen

Verbrennung zweiten Grades. Entzug von Lymphflüssigkeit aus dem Gewebe, ähnlich einer Lymphdrainage. Reaktive Hyperämie, Steigerung der Rheologie. Eine Aktivierung immunkompetenter Zellen wird postuliert.

Cave! Die Autoren stehen dieser Therapiemethode zurückhaltend gegenüber!

Indikation

Degenerative Leiden des Bewegungsapparates, insbes. Wirbelsäulenleiden, Schulter-Arm-Syndrom, Intercostalneuralgie, Tumorschmerzen bei isolierten Knochenmetastasen, Postzosterneuralgie. Wird selten auch zur Behandlung von Psoriasis, atopischem Ekzem und anderen chronischen Ekzemen eingesetzt.

Dosierung und Art der Anwendung

Cantharidenpflaster aus der Apotheke morgens auf die entsprechenden Lokalisationen ( Schröpfzonen) anlegen. Max. Pflastergröße sollte 5 × 10 cm nicht überschreiten. Verband nach 12–16 Stunden wechseln. Blase steril anstechen und Flüssigkeit abziehen. Bei sauberer Blase Blasendach erhalten, bei V.a. Infekt entfernen. Täglich Verbandwechsel bis Nässen zurückgeht.

Merke! Patient ist über die brennende bis schmerzende Sensation aufzuklären, ggf. kann es auch beim Wasserlassen zum Brennen kommen. Nephrotoxische Wirkung des Cantharidin!

Kontraindikation

Cystitis, Pyelonephritis, in loco bei akuter Arthritis, offene Wunden.

Hinweis(e)

Nicht im Schleimhautbereich und bei zur Hyperpigmentierung neigenden Personen anwenden.
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