Candidose, interdigitale B37.2

Zuletzt aktualisiert am: 15.12.2019

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Erosio interdigitalis blastomycetica; Erosio interdigitalis candidamycetica; Interdigital Candidiasis; Interdigitale Candidose; Interdigitale Kandidose

Erstbeschreiber

Gougerot und Goncea 1915; Fabry J 1917

Definition

Besondere Form der intertriginösen Candidose in den Interdigitalräumen.

Ätiopathogenese

Fördernd wirken Hyperhidrose, okklusives Schuhwerk, schlechte Fußhygiene. Bei Befall der Fingerzwischenräume sind Feuchtarbeiten oder Mehlarbeiten zu berücksichtigen. Auch das Tragen von Ringen wirkt begünstigend. 

Als Verursacher der interdigitalen Candidose wurde neben Candida albicans u.a. Candida guilliermondii identifiziert.

Lokalisation

Insbesondere an den Füßen, in den Zehenzwischenräumen des 2.-4. Digitus. Nicht selten sind die Fingerzwischenräume 3 und/0der 4 befallen (Schlager E et al. 2018).

Klinisches Bild

Auffällig ist die starke Mazeration der Hornschicht der betroffenen Hautareale. Die mazerativen Hautpartien lösen sich in Fetzen ab und hitnerlassen ein hochrotes erosives Areal. 

Komplikation(en)

Über die Keratolyse der Hornschicht wird Bakterien eine Eintrittspforte in die Haut geboten, die zum Erysipel oder zum gramnegativen Fußinfekt führen kann.

Therapie allgemein

  • Aufklärung des Patienten über begünstigende Faktoren. Bei Fußbefall sorgfältige Fußhygiene, tgl. Wechseln und Auskochen der Socken, offenes, atmungsaktives Schuhwerk (z.B. atmungsaktives Leder oder Goretex).
  • Wichtig ist die Desinfektion der Schuhe mit Desinfizienzien, z.B. mit Sagrotan Spray oder Canesten Spray, ggf. Neukauf.
  • Prophylaktisches Tragen von Badesandalen in öffentlichen Schwimmbädern, Saunen und Duschen.
  • Bei Befall der Hände Abklärung und Behebung der Ursache wie z.B. Änderung des Waschverhaltens bzw. der Waschmittel (Feuchtarbeit mit alkalihaltigen Waschmitteln). 

Externe Therapie

  • Trockenlegen der Interdigitalräume durch Leinenläppchen und Trockenpinselungen oder Fußbäder mit wässrigen antiseptischen Lösungen.
  • Antimykotische Therapie mit Azol-haltigen Cremes/Salben, z.B. mit 1-2% Clotrimazol (z.B. Canesten, Canifug), 2% Miconazol (z.B. Vobamyk, Daktar, R172 ) oder 1% Bifonazol (Mykospor).

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Schlager E et al. (2018) Erosio interdigitalis blastomycetica: A review of interdigital candidiasis.
    Dermatol Online J 24 (8).
  2. Seebacher C et al. (2006) Candidose der Haut. J Dtsch Dermatol Ges 4: 591-596

Disclaimer

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