Candida-Follikulitis B37.2

Zuletzt aktualisiert am: 09.11.2019

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Bartpilzflechte; Candidafolliculitis; Candidafollikulitis; Folliculitis barbae candidamycetica; Folliculitis candidamycetica

Definition

Seltene, durch Candida-Arten hervorgerufene Follikulitis v.a. im Bartbereich, meist bei Diabetes mellitus und bei geschwächter Abwehrlage (maligen Lymphome, Leukämien, HIV/AIDS, langeitige Therapie mit Glukokortikosteroiden.

Erreger

Candida albicans, seltener andere Candida-Spezies.

Ätiopathogenese

Prädisponierende Faktoren die eine allgemeine oder örtliche Störung der Abwehrlage herbeiführen sind: Diabetes mellitus, Lymphome, HIV/AIDS, Leukämien, immunsuppressive und zytostatische Therapie, längerfristige lokale Therapie mit Glukokortikosteroiden

Manifestation

Meistens bei Männern im mittleren Erwachsenenalter auftretend.

Lokalisation

Bartbereich.

Klinisches Bild

Follikulär gebundene Papeln und Pusteln, evtl. größere, von Pusteln durchsetzte Knötchen, Impetiginisation. Flächenhafte, unscharf begrenzte Rötung und Schwellung der Haut.

Diagnose

Erregernachweis (nativ und kulturell) aus Krusten und aus epilierten Barthaaren. 

Differentialdiagnose

Impetigo contagiosa: fehlender mykologischer Nachweis von Candida-Spezies

Tinea barbae: miest flächiger Befall; Nachweis von Dermatophyten 

Folliculitis simplex barbae: fehlender mykologischer Nachweis von Candida-Spezies

Akne pustulosa: allg. Akne-Disposition, Seborrhoe

Eoosinophile Pustulose (infantile Form): stark juckende, follikuläre Bläschen und Pusteln von 0,2-0,3 cm im Durchmesser beobachtet. Bluteosinophilie! 

Pustulöse Psoriasisvarianten (selten im Gesichtsbereich).

Komplikation

Bakterielle Sekundärinfektion.

Therapie allgemein

Rasur des Bartes. Wichtig ist die Aufdeckung der prädisponierenden Faktoren (z.B. Diabetes mellitus, stattgehabte Antibiotikatherapie, immundefizitäre Erkrankungen).

Externe Therapie

Ablösung der Krusten mit 2-5% Salicylsäure-Salbe (z.B. Salicylvaseline Lichtenstein, R228 ) oder -Öl  oder fett-feuchten Verbänden. Kurzfristig kommen auch feuchte Umschläge mit antiseptischen Zusätzen wie Chinolinol (z.B. Chinosol 1:1000, R042 ) oder verdünnter Kaliumpermanganat-Lösung (hellrosa) in Betracht. Später Breitband- Antimykotika vom Typ der Azole wie 2% Clotrimazol-Cremes/Salben (z.B. R056 , Canesten Creme) oder Ciclopirox (z.B. Batrafen Creme).

Interne Therapie

Bei ausgedehntem Befall oder bei gleichzeitigem Vorliegen einer Candidose der Mundschleimhaut oder Enddarmcandidose ist eine interne Therapie mit Antimykotika vom Typ der Azole zu erwägen, z.B. mit Itraconazol (Sempera Kps.) 100-200 mg/Tag über 4-6 Wochen oder Fluconazol 1mal/Tag 50 mg p.o. über 4-6 Wochen (bei schweren Fällen 100 mg/Tag p.o.). S.a.u. Candidose.

Literatur
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  1. Seebacher C et al. (2006) Candidose der Haut. J Dtsch Dermatol Ges 4: 591-596

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