Buruli-Geschwür A31.1

Synonym(e)

Buruli-Ulkus

Erstbeschreiber

Cook, 1897; Kleinschmidt, 1935; McCallum, 1948

Definition

Häufige, tropische Infektionskrankheit hervorgerufen durch Mycobacterium ulcerans.

Erreger

Mycobacterium ulcerans; atypisches Mycobacterium, das als einzigstes Mykobakterium obligat pathogen ist. Es wächst in vitro bei 30-35 °C. Die Infektion belibt auf die (kühle) Haut begrenzt (wahrscheinlich wegen des begrenzten Temperaturoptimums). Einzigartig unter Mykobakterien ist die Produktion eines Exotoxins.

Vorkommen/Epidemiologie

Nach der Tuberkulose und Lepra ist das Buruli-Geschwür die dritthäufigste mykobakterielle Erkrankung bei Immunkompetenten. Endemisches Vorkommen in tropischen und subtropischen Gebieten. Hohe Inzidenz und Prävalenz (bis zu 16% der Bevölkerung) in Endemiegebieten.

Betroffene Regionen: West- und Zentralafrika, Australien, Papua-Neuguinea, Malaysia, Sri Lanka und Südamerika.

Ätiopathogenese

Infektion mit M. ulcerans. Übertragungsweg ist unklar, diskutiert werden kontaminierte Erde, kontaminiertes Wasser, Pflanzen, Insekten (z.B. Schwimmwanzen), Aerosole oder menschliche Kontakte. Offenbar ist der haupsächlichste Risikofaktor der Kontakt zu langsam fließenden Gewässern. Durch Mikroverletzungen gelangen die Erreger in den Wirt.

Manifestation

Frauen und Kinder zwischen 5 und 15 Jahren sind bevorzugr befallen.

Lokalisation

Bein oder Stamm

Klinisches Bild

Inkubationszeit: 2 bis 14 Wochen.

An der Inokulartionsstelle (Erreger dringt duch kleine Verletzungen der Haut ein) kommt es zur Bildung eines schmerzlosen, kleinen, subkutanen, hyperpigmentierten und schuppenden Knotens.

Zentral blasst die Haut ab und glänzt.

Ausbildung eines indurierten Ödems. Nach Wochen bis Monaten Ulkusbildung.

Progredientes Größenwachstum  des Ulkus.

Ulzera können bis zu 15% der Körperoberfläche bedecken.

Typisch sind tief unterminierte Ulkusränder; Spontanremission mit Narbenbildung und entsprechenden Funktionsverlusten ist möglich. Dabei zeigen die Patienten keine systemischen Infektionszeichen!

Seltener sind tiefe Faszien, Muskeln und Knochen beteiligt. Harter, ggf. juckender, verschieblicher Knoten in der Haut.

Rückbildung oder Progression mit Ulzeration möglich.

Histologie

Granulomatöse Dermatitis mit Langerhans-Riesenzellen. Akanthose, Hyperkeratose.

Diagnose

Typische Klinik mit exorbitant großen Ulzera; mikrobiologischer Nachweis von M. ulcerans (Ziehl-Neelsen-Präparat) aus Kultur von nekrotischem Gewebe vom Ulkus-Grund; molekularbiologischer Nachweis mittels PCR.

Therapie

Verlauf/Prognose

Entwicklung größerer Nekrosen möglich; mutilierende Kontrakturen, ggf. metastatische Knochenläsionen. Karzinomatöse Entartung möglich.

Hinweis(e)

Buruli ist ein Distrikt in Uganda

Literatur
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  1. Addy JH (1995) The problem of Buruli-Ulcer in Ghana. Ghana Med J 29: 587-588
  2. Cook A (1970) Mengo Hospital notes 1897, Makerere Medical School Library. Br Med J 2: 378-379
  3. Kaloga M et al. (2015) Squamous cell carcinoma secondary toBuruli ulcer in West Africa. Ann Dermatol Venereol doi: 10.1016/j.annder.2015.10.577
  4. McCallum et al. (1948) A new mycobacterial infection in man. J Bacteriol 60: 93-122
  5. Peters F et al. (2016) Keim oder kein Keim: Herausforderungen bei der Diagnose mykobakterieller Infektionen der Haut.  J Dtsch Dermatol Ges 14:1227-1236
  6. Pszolla N et al. (2003) Buruli ulcer: a systemic disease. Clin Infect Dis 37: e78-82
  7. Tabah EN et al. (2016)  Buruli Ulcer in Cameroon: The Development and Impact of the National Control Programme. PLoS Negl Trop Dis 10: e0004224
  8. Thomssen J (2002) Das Buruli-Ulkus. Eine mykobakterielle Hauterkrankung. Hautarzt 53: 334-337
  9. van der Werf TS et al. (2003) Mycolactones and Mycobacterium ulcerans disease. Lancet 362: 1062-1064
  10. van der Werft TS et al. (1999) Mycobacterium ulcerans infection. Lancet 354: 1013-1015

Verweisende Artikel (2)

Buruli-Ulkus; Onchozerkose;

Weiterführende Artikel (3)

Rifampicin; Streptomycin; Ziehl-Neelsen-Färbung;

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Zuletzt aktualisiert am: 23.10.2017