Bufexamac

Zuletzt aktualisiert am: 15.05.2014

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Definition

Substanz aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antiphlogistika und der Antipruriginosa.

Merke! Aus allergologischer Sicht besteht ein ungünstiges Nutzen-Risikoverhältnis.

Indikation

Bufexamac-haltigen Externa wurde auf Grund seines hohen Nebenwirkungspotenzials im Jahre 2010 die Zulassung entzogen!

Dosierung und Art der Anwendung

1-3mal/Tag auf die betroffenen Hautstellen auftragen.

Normkonzentration

5% in wasseraufnehmenden Salben (Absorptionsgrundlagen), hydrophilen Salben, hydrophoben Cremes (W/O-Emulsionssalben), hydrophilen Cremes (O/W-Emulsionssalben) und hydrophilen Gelen.

Unerwünschte Wirkungen

Sensibilisierung, allergische Reaktionen bis zum Erythema exsudativum multiforme, Brennen, Schuppung, Verschlechterung des Hautbefundes.

Kontraindikation

Schwangerschaft, Anwendung am Auge, Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff.

Hinweis(e)

  • Sensibilisierungspotenzial: bei topischer Anwendung sind laut Studien Sensibilisierungen häufig, laut Studien bis zu 50-60%. Bei 25% der Sensibilisierten betrug die Applikationszeit weniger als eine Woche.
  • Berufliche Sensibilisierungen sind selten. Bei außerberuflichen Expositionen liegt eine Sensibilisierungsrate von 1-4% vor. Die Sensibilisierungsrate nimmt mit steigendem Lebensalter zu. Die Möglichkeit einer Sensibilisierung durch die Therapie eines berufsbedingten Ekzems ist in Erwägung zu ziehen.
  • Bei Patienten mit atopischem Ekzem sind Sensibilisierungen gegenüber Bufexamac ca. 3mal häufiger als bei Nicht-Atopikern. Ursache ist die Verwendung von Bufexamac in der Therapie des atopischen Ekzems.
  • Bei Kindern liegt Bufexamac unter den "Top Ten" der häufigsten Allergene. Auch hier ist die Ursache in der häufigen Verwendung von Bufexamac in der Therapie des atopischen Ekzems zu vermuten.
  • Risikofaktoren einer Bufexamac-Sensibilisierung sind u.a. weitere Typ-IV-Sensibilisierungen, anogenitale Lokalisation, atopisches Ekzem, Ekzem der Beine.
  • Inzwischen wird durch die EMA gefordert, die Bufexamac-haltigen Externa vom Markt zu nehmen.

Literatur
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  1. Weisshaar E et al. (2008) Begründung für die Beurteilung der Auswirkung einer Allergie gegenüber Bufexamac im Rahmen der MdE-Bewertung. Dermatol Beruf Umwelt 56: 31-33
  2. EMA (2010) www.EMA.europa. eu/pdfs/human/referral/bufexamac. Questions and answers:22.4.2010

Verweisende Artikel (1)

Kontaktdermatitis allergische;
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