Brodalumab

Zuletzt aktualisiert am: 03.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Definition

Rekombinanter, vollständig humaner, monoklonaler Immunglobulin-IgG2-Antikörper. Der Antikörper bindet mit hoher Affinität an humanem IL-17RA (Interleukin-17 Rezeptor) und hemmt damit die biologischen Aktivitäten der pro-inflammatorischen Zytokine IL-17A, IL-17C, IL-17F, IL-17A / F-Heterodimer und IL-25. Damit kommt es zu einer breiten Hemmung der psoriatischen Inflammation. 

Wirkungsspektrum

Die Ergebnisse zweier Phase-III-Studien (AMAGINE-2 und AMAGINE-3) bei mehr als 1.800 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis zeigten, dass 36,7% der Patienten in der 210 mg-Gruppe Brodalumab, 18,5% in einer Gruppe mit dem IL-12/-23-Antagonisten Ustekinumab (Stelara®) und 0,3% in der Placebo-Gruppe völlig erscheinungsfrei waren (PASI 100) (Lebwohl M et al. 2015).

85,1% in der Brodalumab-Gruppe (210mg), 69,3% der Stelara Gruppe und 6% der Placebo-Gruppe erreichten einen PASI 75.

Weitere kleinere Studien zeigten analoge Resultate bei der Psoriasis vulgaris und bei der Psoriasisarthritis. (Mease PJ et al. 2014)

Anwendungsgebiet/Verwendung

Mittelschwere bis schwere Plaque-Psoriasis (Psoriasis vulgaris). In der EU direkt für die Erstlinientherapie zugelassen.  In den USA unter dem Namen Siliq nur als Zweitlinientherapie zugelassen. 

Dosierung und Art der Anwendung

In den ersten 3 Wochen der Behandlung 210mg Brodulmab 1x/Woche s.c. Anschließend 210mg Brodulmab alle 2 Wochen s.c.

Unerwünschte Wirkungen

Deutlich erhöhtes Infektionsrisiko. Bei 0,5% der Probanden kam es während einer 12-wöchigen Studie zu schweren Infektionen. Besondere Vorsicht ist bei Patienten mit chronischen oder rezidivierenden Infektionen geboten. Patienten mit aktiver Tuberkulose sollten nicht mit Brodalumab behandelt werden. Bei Patienten mit Morbus Crohn kann es zu einer Aktivierung der Krankheit kommen.

Weiterhin gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Arthralgien und Myalgien, Kopf- und Halsschmerzen, Fatigue, Durchfall, Übelkeit, Lokalreaktionen an der Injektionsstelle, Neutropenien und Pilzinfektionen  (Papp KA et al. 2012).

Es liegen Berichte über Suizidgedanken und Suizidversuche unter Brodalumab-Therapie in den Studien vor, einschließlich vollendetem Suizid. Ein Kausalzusammenhang zwischen der Behandlung mit Brodalumab und einem erhöhten Risiko für Suizidgedanken und suizidales Verhalten ist nicht nachgewiesen. 

Präparate

Brodalumab (Kyntheum®)

Literatur
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  1. Lebwohl M et al. (2015) Phase 3 Studies Comparing Brodalumab with Ustekinumab in Psoriasis. N Engl J Med 373:1318-1328.
  2. Bauer E et al. (2015)  Brodalumab -an IL-17RA monoclonal antibody for psoriasis and psoriatic arthritis. Expert Opin Biol Ther 15:883-893.
  3. Malakouti M et al. (2015) The role of IL-17 in psoriasis. J Dermatolog Treat 26:41-44.
  4. Mease PJ et al. (2014) Brodalumab, an anti-IL17RA monoclonal antibody, in psoriatic arthritis. N Engl J Med 370:2295-2306.
  5. Papp K et al. (2014) Safety and efficacy of brodalumab for psoriasis after 120 weeks oftreatment. J Am Acad Dermatol 71:1183-1190. 
  6. Papp KA et al.(2012) Brodalumab, an anti-interleukin-17-receptor antibody for psoriasis. N Engl J Med 366:1181-1189. 

Weiterführende Artikel (3)

Enteritis regionalis; Interleukin-17; Psoriasis vulgaris;
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