Bowenoide Papulose A63.0

Synonym(e)

bowenoide Papeln; Papeln bowenoide; Papeln multiple bowenoide am Penis; Papeln multiple bowenoide der Vulva; Penispapeln pigmentierte; Pigmentierte Penis- bzw. Vulvapapeln; Vulvapapeln pigmentierte bowenoide

Erstbeschreiber

Kopf, 1977

Definition

Durch "high risk" Humane Papillomaviren (HPV Typ 16 oder 18) verursachte, benigne, hartnäckig persistierende, flache, bräunliche bis rötliche Papeln im Genitalbereich mit dem histologischen Bild eines M. Bowen.

Erreger

Meist durch HPV 16 ausgelöst; es wurden aber auch andere "high risk" HPV-Typen als Auslöser beschrieben.

Manifestation

V.a. bei Männern im jungen und mittleren Erwachsenenalter auftretend, seltener bei Frauen.

Lokalisation

Präputium, Glans penis, Penisschaft, kleine und große Labien, Perineum, Analbereich.

Klinisches Bild

Meist multiple, 0,2- 0,5 cm große, flache, rotbraune (an Lichen planus erinnernde), unregelmäßig begrenzte Papeln mit meist glatter oder samtartiger, gelegentlich aber auch verruköser, dann meist weißlich tingierter Oberfläche.

Anamnestisch häufig Condylomata acuminata, aber selten gleichzeitiges Auftreten.

Selten ist nach jahrzehntelanger Persistenz ein Übergang in einen M. Bowen oder ein invasives Plattenepithelkarzinom beobachtet worden.

Histologie

  • Plumpe Akanthose bei Hyperorthokeratose und fokaler Parakeratose. Gute Abgrenzung des Epithelverbandes zur Tiefe und zur Seite hin. Deutliche Polymorphie der Keratinozyten mit zahlreichen Dyskeratosen, multinukleären Keratinozyten, pyknotischen Kernen, Riesenkernen und Mitosen. Kein invasives Wachstum nachweisbar. In der Dermis bandförmiges lympho-histiozytäres infiltrat.
  • Molekulargenetik: HPV-Nachweis durch In-situ-Hybridisierung oder PCR.

Diagnose

Klinisches Bild, meist jüngere Patienten, histologische Untersuchung mit HPV-Nachweis.

Differentialdiagnose

Therapie

Externe Therapie

Prophylaxe

In einer Multicenterstudie konnte durch eine quadrivalente HPV-Vakzine bei jungen Frauen im Alter von 16-23 Jahren ein deutlicher Rückgang HPV 6-, 11-, 16- und 18-induzierter Infektionen erzielt werden. Die Vakzine ist ein Totimpfstoff. Präkanzeröse Dysplasien bzw. genitale Warzen wurden nicht beobachtet. Die Zulassung in der EU wurde Ende 2006 gegeben. Derzeit übernehmen in Deutschland einige Gesetzliche Krankenkassen die Kosten für die Behandlung junger Frauen im Alter von 9-15 Jahren.

Literatur
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Zuletzt aktualisiert am: 23.10.2017