Blutegeltherapie

Zuletzt aktualisiert am: 15.05.2014

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Definition

Die Blutegeltherapie gehört zu den aus- und ableitenden Verfahren. Der Blutegel ist ein in Europa im Süßwasser oder feuchter Erde lebender Ringelwurm, der bei Mensch und Tier Blut durch die Haut absaugt. Im Anschluss an den Biss kommt es zur Nachblutung. Der Blutverlust pro Blutegel beträgt 50-100 ml.

Allgemeine Definition

Blutegel sezernieren Hirudin, ein Antikoagulans. Die Blutgerinnung normalisiert sich nach etwa 6-12 Stunden wieder. Diese Therapie entspricht einem sanften Aderlass. Hierdurch kommt es zur Absenkung des Hkt und zu einer lokalen Entstauung.

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Indikation

Entsprechend dem Aderlass, v.a. CVI, akute Thrombophlebitis, Postthrombotisches Syndrom. Akuter Gichtanfall, Furunkel, Phlegmone, Lymphstau.

Durchführung

  • Blutegel auf die Haut in der zu behandelnden Region setzen. In der Regel suchen die Blutegel selbst die optimale Stelle aus. Ggf. gereinigte Haut leicht anritzen, den Kopf des Blutegels an die Wunde legen. Nach etwa 45-90 Minuten fallen die gesättigten Blutegel ab. Nicht gewaltsam entfernen! In der Regel werden 1-5 Blutegel angesetzt. Die Wunde blutet in der Regel über Stunden nach; sauberen Verband anlegen. Der Patient sollte über einen Zeitraum von etwa 6-8 Stunden liegen.
  • Tinnitus: Anlegen der Blutegel hinter dem Ohr.
  • Bei chronischen Entzündungen und Lymphstau: Anwendung in den betreffenden Headschen Zonen.

Merke! Blutegel nur einmal verwenden, danach abtöten. Es kann zur sternförmigen Narbenbildung kommen.

Kontraindikation

Hämmorrhagische Disposition, Marcumar-Patienten, Hauterkrankungen im Bereich der Applikation der Blutegel, AVK. Vorsicht bei Patienten, die zu allergischen Reaktionen neigen.
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