Blase

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Blasen; Bulla; bullae

Definition

Eine mit Gewebeflüssigkeit (klar, serö, hämorrhagisch) angefüllte nicht solide Hauterhabenheit.

Einer Blase liegt ein- oder mehrkammeriger, 1,0 bis > 5.0 cm großer (selten größerer), intra- oder subepidermal gelegener Hohlraum, bestehend aus Blasengrund, -decke und -inhalt zugrunde. Blasen < 1,0 cm werden als Bläschen oder Vesiculae bezeichnet.

Einteilung

Blasen kann man aus pathogenetischen Gesichtspunkten nach Sitz der Blase unterscheiden:
  • Intraepidermale Blasenbildung:
    • akantholytisch
    • spongiotisch
    • zytolytisch
  • Junktionale Blasenbildung
  • Dermolytische Blasenbildung (unterhalb der Basallamina)
  • Dermale Blasenbildung durch fokales Ödem.
Die Wand intraepidermaler Bläschen ist dünner, reißt deswegen leichter ein und wird häufig durch Eintrocknung des Inhaltes mit einer Kruste bedeckt. Die Wand subepidermaler Blasen ist dicker, somit widerstandsfähig und durch den tiefen Sitz häufiger auch haemorrhagisch.

Allgemeine Information

  • Bei der Anamnese ist die Möglichkeit genetischer Blasenbildungen miteinzubeziehen (familiäres Auftreten, erste klinische Erscheinungen) bzw. evtl. auszuschließen.
  • Bei der klinischen Untersuchung sind Lokalisation (Gesicht, Rumpf, mechanisch exponierte Stellen, Schleimhäute), Verteilungsmuster (solitär, disseminiert, exanthematisch), Anordnung (gruppiert, anulär, herpetiform), Größe, Form, Wandbeschaffenheit und der Inhalt der Blase selbst (akantholytische Zellen, Leukozyten) sowie der Zustand der umgebenden Haut (entzündlich oder normal) zu bewerten.
  • Differentialdiagnostisch wichtig sind Begleitsymptome wie Juckreiz (hell und brennend bei der Dermatitis herpetiformis Duhring) und Schmerz (verschiedene Epidermolysen).

Ätiologie

  • Die Blasenbildung kann autoimmunologisch oder nicht-autoimmunologisch erfolgen. Bei der autoimmunologischen Blasenbildung werden hochaffine Antikörper gebildet, die gegen ein einziges oder wenige für die Haut (und die hautnahen Schleimhäute) spezifische Antigene gerichtet sind. Die klinisch-morphologischen Folgen der Blasenbildung sind für alle Krankheiten weitgehend identisch, da sie durch deren Folgeerscheinungen geprägt werden, z.B. Erosionen, Krusten, Sekundärinfektionen, Narben.
  • Bei der nicht-immunologischen Blasenbildung sind verschiedene Szenarien für die Blasenbildung möglich:
    • Genetisch bedingte Strukturschwäche z.B. von Keratinen oder Ankerfibrillen (z.B. Epidermolysen)
    • Blasenbildung durch Gewebsuntergang (zytolytische Blasenbildung, z.B. Zoster, Herpes simplex, Verbrennungen)
    • Nicht-immunologische Entzündungsprozesse verschiedener Ursachen mit konsekutiver "verdrängender" ödematöser Blasenbildung in Epidermis (spongiotische Blasenbildung) oder Dermis (dermales Ödem). Beipiele hierfür sind bullöse Ekzemreaktionen, bullöse Urtikaria oder bullöse Mastozytose.

Literatur
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  1. Altmeyer P (2007) Dermatogische Differenzialdiagnose. Der Weg zur klinischen Diagnose. Springer Medizin Verlag, Heidelberg
  2. Nast A, Griffiths CE, Hay R, Sterry W, Bolognia JL. The 2016 International League of Dermatological Societies' revised glossary for the description of cutaneous lesions. Br J Dermatol. 174:1351-1358.
  3. Ochsendorf F et al. (2017) Untersuchungsgang und Effloreszenzenlehre. Hautarzt 68: 229-242 

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