Belimumab

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

BLys-Inhibitor

Definition

Humaner monoklonaler IgG1λ-Antikörper mit einem Molekulargewicht von zirka 147 kDa. Der Antikörper bindet an das lösliche humane B-Lymphozyten-Stimulator-Protein BLyS und verkürzt die Lebensdauer von CD20+ B-Lymphozyten und Plasmazellen. Hierdurch wirkt Belimumab selektiv immunsuppressiv. Belimumab ist zur Behandlung (Add-on-Therapie) von erwachsenen Patienten mit aktivem, Autoantikörper-positivem, systemischem Lupus erythematodes (SLE) zugelassen, der auf die bisher durchgeführte (und ausgeschöpfte) Standardtherapie (z. B. mit Glukokortikoiden, Hydroxychloroquin, Azathioprin und nichtsteroidalen Antiphlogistika) nicht ausreichend angesprochen hat und eindeutige Krankheitsprogression zeigt.

Halbwertzeit

Die terminale Halbwertzeit des Belimumab liegt bei etwa 19 Tagen.

Anwendungsgebiet/Verwendung

Bei Patienten mit systemischem Lupus erythematodes und anderen Autoimmunerkrankungen wurden erhöhte BLyS-Spiegel festgestellt. Die B-Zellen spielen beim Krankheitsverlauf eine wichtige Rolle.

Indikation

SLE; die Indikation für diese Therapie ist dann zu stellen, wenn die Erkrankung trotz Standardbehandlung weiter aktiv ist.

Dosierung und Art der Anwendung

10 mg/kg i.v. an den Tagen 0, 14 und 28 sowie im Anschluss daran alle vier Wochen. Die Infusionslösung sollte über den Zeitraum von einer Stunde infundiert werden.

Unerwünschte Wirkungen

Übelkeit, Durchfall, Fieber, Infektionskrankheiten, Leukopenie, Überempfindlichkeitsreaktionen, Depression, Schlaflosigkeit, Schmerzen in den Extremitäten und Infusionsreaktionen. Die Toxizität von Belimumab ist nicht unerheblich. In den Studien an 1.684 SLE-Patienten war die Todesrate unter der Therapie mit Belimumab höher als im Placebo-Arm. Weiterhin erhöht sich das Risiko von schweren Infektionen.

Kontraindikation

Eine Impfung mit Lebendimpfstoffen ist während der Therapie streng kontraindiziert.

Präparate

Benlysta

Hinweis(e)

  • Belimumab ist seit Februar 2012 als Zusatzbehandlung für Patienten mit der Autoimmunerkrankung "systemischer Lupus erythematodes" (SLE) zugelassen.
  • Bemerkung: Die Wirkung von Belimumab kann nicht als überragend bezeichnet werden. In einer der beiden Zulassungsstudien betrug die Response-Rate 43 % gegenüber 34 % in der Kontrollgruppe. Dies ergibt eine "Number Needed to treat" von 11 Patienten, die behandelt werden müssen, damit 1 Patient einen relevanten Vorteil hat.
  • Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat Zweifel an dem Zusatznutzen des Wirkstoffs geäußert.

Literatur
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  1. Arzneimittel-Fachinformation (EMA, USA)
  2. Dubey A K (2011) First targeted biological treatment for systemic lupus erythematosus. J Pharmacol Pharmacother 2: 317-319
  3. Gläser N (2012) Belimumab Hautarzt 63: 253-255
  4. Navarra SV (2011) Efficacy and safety of belimumab in patients with active systemic lupus erythematosus: a randomised, placebo-controlled, phase 3 trial. Lancet 377: 721-731
  5. Thanou-Stavraki A (2011) An update on belimumab for the treatment of lupus. Biologics 5: 33-43

Verweisende Artikel (2)

BLyS; BLyS;
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