Basalzellkarzinom ulzeriertes C44.L

Zuletzt aktualisiert am: 20.11.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Ulcus rodens; Ulcus terebrans

Definition

Basalzellkarzinom gekennzeichnet durch ein schmerzloses scharf begrenztes, nahezu kraterförmiges  Ulkus (wie ausgeschnitzt) mit aufgeworfenem Randwall das aus einem knotigen Basalzellkarzinom durch zentralem Zerfall hervorgegangen ist.

Vorkommen/Epidemiologie

Die hier getroffenen Aussagen beziehen sich auf die Diagnose "Basalzellkarzinom" ganz allgemein. Für die Subtypen stehen keine belastbaren epidemiologischen Daten zur Verfügung.     

Häufigstes Hautkarzinom unter der kaukasischen Bevölkerungsgruppe (rothaarige Personen haben ein höheres Risiko als braunhaarige).

Inzidenzraten fehlen für die meisten europäischen Länder. In Deutschland beträgt die Inzidenz ca. 100/100.000 Einwohner/Jahr. Bekannte Daten weisen auf die höchsten Inzidenzen in Wales (112/100.000 Einwohner/Jahr) und die niedrigsten in Finnland (49/100.000 Einwohner/Jahr) hin.

Männer und Frauen sind gleichmäßig betroffen.

Personen mit aktinischer Cheilitis und solaren Lentigines haben ein höheres Risiko, an einem Basalzellkarzinom zu erkranken.

Nur sehr selten tritt eine Metastasierung auf (seltener als 1:1000). In Nordamerika ist die Inzidenz in der Population < 40 Jahren bei Frauen höher als bei Männern.

Multiplikative Faktoren (z.B. anamnestische Sonnenbrände, Sonnenexposition) spielen  für die Entstehung eine Rolle.

Ätiopathogenese

Manifestation

Lokalisation

Gesicht, Stirn, Nase, Wange, Ohrmuschel, Glatze

Klinisches Bild

  • Scharf begrenztes, wie ausgeschnittenes, schmerzloses, rundes oder ovales Ulkus mit sauberem, mit Krusten oder roten Granulationen belegtem Wundgrund, steil abfallenden Rändern. Die Größe des Ulkus ist von der Dauer der "Nichtbehandlung" abhängig und schwankt zwischen 0,4-2,0 cm im Durchmesser. 
  • Diagnostisch wichtig ist die Beurteilung des Randbezirkes des Ulkus. Dieser besteht aus einem mit weiß glänzenden Papeln bestehenden (perlschnurartigen) Randwall, der beim Spannen der umgebenden gesunden Haut heraustritt (dieser aus linear aufgereihten Knötchen bestehende Randwall ist hochtypisch für dieses Basalzellkarzinom und läßt sich besonders bei guter, schräg auffallender Beleuchtung herausspannen). Mit einer 10 fachen Lupe lassen sich am Randwall bizarre kleine Gefäßlinien nachweisen, die ganz unregelmäßige Kaliberschwankungen aufweisen (pathologische Geschwulstgefäße s.u. Abb. Basalzellkarzinom knotiges).   

Diagnose

Die Diagnose eines "atypischen Geschwürs"  wird durch folgende Symptomenkonstellation gefestigt:

  • Vorausgegangene Knötchenbildung
  • Atypisch lange Bestandsdauer (>6 Wochen)
  • Schmerzlosigkeit
  • Atypische Lokalisation (für ein banales Geschwür) 
  • Atypische Struktur mit Randwall  

Die Sicherung der Diagnose erfolgt durch eine Biopsie aus dem Randbereich! Keine Mitnahme gesunder Umgebungshaut notwendig!  

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Mc Cormack et al. (1997) Differences in ages and body site distribution of the histological subtypes of basal cell carcinoma. Arch Dermatol 133: 593-596
  2. Peris K et al. (2005) Imiquimod treatment of superficial and nodular basal cell carcinoma: 12-week open-label trial. Dermatol Surg 31: 318-323

Verweisende Artikel (1)

Ulcus rodens;

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