Autoimmunkrankheiten M35.9

Zuletzt aktualisiert am: 17.04.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Autoaggressionskrankheiten; Autoimmunerkrankung

Definition

  • Erkrankungen, die durch Störungen des Immunsystems gekennzeichnet sind. Bei Autoimmunerkrankungen führt eine falsche Zielvorgabe oder Programmierung zu einer Ausrichtung gegen körpereigenes Gewebe: anstelle der Bekämpfung von möglicherweise krankheitsverursachenden Keimen werden Teile des eigenen Körpers als "fremd" angesehen und bekämpft. Autoimmunerkrankungen können, je nach "Zielvorgabe", jedes Organ des menschlichen Körpers betreffen. Bei dem Modell der molekularen Mimikry wird davon ausgegangen, dass eine Immunantwort postuliert wird, die eigentlich gegen ein Pathogen gerichtet ist (z.B. gegen ein Bakterium), sich jedoch im Sinne einer Kreuzreaktion gegen körpereigene Strukturen richtet. Das klassische Modell hierfür ist das rheumatische Fieber. Hierbei wird eine Kreuzreaktion von Strepotokokkenantigenen mit dem Sarkolemm des Herzmuskels angenommen. Bei einer Vielzahl von Autoimmunerkrankungen lassen sich Autoantikörper nachweisen. Wichtig ist, ob diese Autoantikörper lediglich eine Begleitfunktion oder eine funktionelle Bedeutung haben.
  • Autoimmunerkrankungen können ohne Behandlung lebenslang oder jedoch bis zur vollständigen Zerstörung der Zielstruktur persistieren. Spontanausheilungen sind jedoch möglich.

Einteilung

Nach klinischen Gesichtspunkten ist es sinnvoll, Autoimmunerkrankungen in organspezifische und nicht-organspezifische (systemische) Autoimmunerkrankungen zu unterteilen:

Ätiopathogenese

Es werden etwa  290 Loci mit Autoimmunerkrankungen in Verbindung gebracht bei denen gehäuft SNPs (single nucleotide polymorphismen) nachweisabr sind. Bemerkenswerterweise fiden ich unter diesen Loci auch eine signifikante Anhäufung von Loci die mit Allergien in Verbindung gebracht werden (Kreiner et al. 2017).   

Therapie

Hinweis(e)

Die Assoziation von Silikon-Brustimplantaten mit der Entstehung von Autoimmunkrankheiten wird in der Literatur diskutiert: es wird propagiert, dass Silikonimplantate bei genetischer Disposition (z.B. durch das Vorliegen bestimmter MHC-Molekül-Varianten) die Entstehung von Symptomen triggern können. Demnach sollte eine Brustaugmentation bei positiver Familienanamnese für Autoimmunerkrakungen vermieden werden.

Literatur
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  1. Bar-Meier E et al. (2003) Silicone gel breast implants and connective tissue disease-a comprehensive review. Autoimmunity 36: 193-197
  2. Kreiner E et al. (2017) Shared genetic variants suggest common pathways in allergy and autoimmune
    diseases. J Allergy Clin Immunol 140:771-781. 

Disclaimer

Bitte fragen Sie Ihren betreuenden Arzt, um eine endgültige und belastbare Diagnose zu erhalten. Diese Webseite kann Ihnen nur einen Anhaltspunkt liefern.

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