Auflichtmikroskopie, Stufendiagnostik zur Differenzierung kleiner Pigmentzelltumore

Zuletzt aktualisiert am: 15.05.2014

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Allgemeine Information

Der Hautarzt in Poliklinik und Praxis wird häufig mit kleinen Pigmentzelltumoren konfrontiert, die klinisch schwer einzuordnen sind. Hinzu kommt, dass etwa 20% der zu differenzierenden malignen Melanome und initialen Melanommetastasen kleiner sind als 6 mm im maximalen klinischen Durchmesser. Da das begrenzte Auflösungsvermögen des Auges ab einem Tumordurchmesser von 5 mm und darunter eine Diagnose kaum ermöglicht, ist in diesen Fällen der Einsatz des Auflichtmikroskops von Nutzen. Das jeweilige histologische Korrelat ist zum großen Teil aus den charakteristischen Auflichtmerkmalen und den in die Hautebene projizierten Architekturen der Läsion interpretierbar. Zur Orientierung dient ein praxisbewährtes Stufenprotokoll.

Literatur
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Tabellen

Stufe

Charakteristika

Stufe 1

Eher benigne Pigmentzelltumore

Zonen-, kokardenartige oder radiär-striäre Basisarchitektur

Areal mit grauschwarzen zentropapillären Globuli, ringförmig oder zentroläsional

Periphere graublaue Pseudopodien, vereinzelt oder ringförmig angelegt

Stufe 2

Benigne/maligne Pigmentzelltumore

Abrupte Pigmentabbrüche in den Trabekeln

Periphere braune/schwarze Punkte

Perivasale Melanophagen

Inverses (negatives Netzmuster)

Brown/black dot vor blauem/grauem Hintergrund

Regressionszonen mit randständigen Melanophagen

Stufe 3

Eher maligne Pigmentzelltumore

Mindestens 2 Merkmale der Stufe 2

Periläsionales Erythem aus ektatischen Kapillaren

Intra- oder periläsionale graue Pigmentverdichtungen

Pseudopodienartige Randzone

Areale mit zentropapillären Globuli

Perifollikuläre grauschwarze Pigmentringe

Radial streaming

Blue-in pink area

Melanophagen-Pseudotrabekel (Gesicht)

Diffus über die Läsion verteilte Melanophagentrabekel

Alabasterartige Lakunen

Stufe 4

Mit großer Wahrscheinlichkeit maligne Pigmentzelltumore

Mindestens 2 Merkmale aus Stufe 2 oder Stufe 3

Blue-white veil

Tief lokalisiertes graublaues oder graubraunes Netzfragment

Weißliche oder bläulich-opake Septen

Mikroskopische Blutseen (Mikrohämorrhagien)

Basismuster aus polymorphen und/oder aneurysmatischen Gefäßen

Areale mit polymorphen und/oder horizontal verlaufenden erweiterten Gefäßen

Sakkuläres Muster (rotblau, rot-hellbraun, rötlich-braungrau, blaugrau)

Läsion, umgeben von grauen Streifen (intravasale Melanomzellinfarkte)

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