Arzneimittelexanthem makulo-papulöses L27.0

Zuletzt aktualisiert am: 19.06.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Exanthem Arzneimittelexanthem

Definition

Häufigste kutane unerwünschte Arzneimittelreaktion, die wahrscheinlich zu dem Typ B der kutanen arzneimittelinduzierten Reaktionen gezählt werden kann (Typ B-Reaktionen sind offenbar z.T. unabhängig von der Dosis und aufgrund der pharmakologischen Eigenschaft des Medikamentes nicht voraussagbar). Bei den meisten makulo-papulösen Arzneimittelexanthemen liegt eine spezifische Reaktion des Immunsystems (Immunglobuline, T-Zellen) gegen das Medikament oder dessen Metaboliten vor.

Ätiopathogenese

In den meisten Fällen spezifische Reaktion des Immunsystems gegen ein Medikament oder dessen Metaboliten, nicht selten in Kombination mit einem "banalen" Infekt auftretend. Aktivierte T-Zellen sowie basale Keratinozyten und Endothelzellen exprimieren verschiedene Aktivierungsmarker sowie co-stimulatorische Moleküle und Adhäsionsmoleküle wie HLA DR (MHC-Klasse-II- Moleküle), CD11a, CD18 (LFA-1), CD62L (L-Selektin) und CD54 (ICAM-1). Daneben werden Typ-I- Zytokine wie INF-gamma als auch Typ-II-Zytokine wie IL-5 produziert. Die verstärkte Produktion von IL-5 wie auch Eotaxin (CCL-11) bietet eine Erklärungsmöglichkeit für die Eosinophilie, welche typischerweise bei diesen Medikamentallergien vorhanden ist.

Lokalisation

Ausbreitung auf Rumpf und Extremitäten, seltener Beteiligung des Gesichts.

Klinisches Bild

Die Hauterscheinungen treten meistens zwischen dem 7. und 12. Tag nach Therapiebeginn auf, aber auch erst nach mehreren Wochen oder nach Absetzen des Medikamentes. Generalisiertes, stamm- und extremitätenbetontes, unterschiedlich dichtes Exanthem mit  roten Flecken, Patches, Papeln und Plaques.  Meist begleitender Juckreiz  (Juckreiz kann auch komplett fehlen). Je nach Größe und Art der Effloreszenzen wird das Exanthem u.a. auch als: rubeoliform, skarlatinoform, morbilliform, sporiasiform oder lichenoid  bezeichnet. Eine topographische Variante ist das sog. Baboon-Syndrom (auch SDRIVE).      

Histologie

  • Histologie: Oberflächliches gemischtzelliges Infiltrat, typischerweise liegt eine Grenzflächendermatitis mit Vakuolisierung der Basalmembranzone und Einzelzellnekrosen vor.
  • Immunhistologie: Im Infiltrat überwiegen CD3+ T-Zellen; CD4+ > CD8+ Zellen (s. hierzu im Gegensatz: Arzneimittelexanthem, bullöses).

Diagnose

Anamnese; klassisches Exanthembild mit synchroner Monomorphie der Effloreszenzen. Ausschluss eines infektiösen Exanthems (Störung des AZ, Fieber, Enanthem, Rhinitis, Pharyngitis, Bronchitis, LK-Schwellungen; CRP-Erhöhung).

Therapie

Externe Therapie

Disclaimer

Bitte fragen Sie Ihren betreuenden Arzt, um eine endgültige und belastbare Diagnose zu erhalten. Diese Webseite kann Ihnen nur einen Anhaltspunkt liefern.

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