Arsenkeratosen L85.8

Zuletzt aktualisiert am: 08.05.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Arsenwarzen

Definition

Nach jahrelanger Arsenintoxikation auftretende multiple, punkt- oder warzenförmige Keratosen an Händen und Füßen, in Größe und Zahl abhängig von der aufgenommenen Arsenmenge.

Lokalisation

V.a. Palmae und Plantae.

Klinisches Bild

Multiple, sehr derbe, gelbliche, stecknadelkopf- bis linsengroße, flache, evtl. konfluierende, stark hyperkeratotische Papeln. Basis evtl. entzündlich gerötet.

Histologie

Kompakte Hyperkeratose, Akanthose, Elongation der Reteleisten. Relativ ruhiges Zellbild, jedoch auch Zelldysplasien bis hin zu bowenoiden Bildern möglich.

Diagnose

Suche nach weiteren kutanen und internen Neoplasien.

Komplikation

Entwicklung von spinozellulären Karzinomen nach jahrzehntelangem Bestehen möglich.

Therapie

Hinweis(e)

Eine erhöhte Arsenexposition ist bekannt in der Halbleiterfertigung, in der Kupfer-und Bleiproduktion und in er metallverarbeitenden Industrie. Auch die in der Keramikindustrie verwendeten Kobalt-Unterglasurfarben sind Arsen-haltig (Troyanova-Slavkova S et al. 2018).    

Literatur
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  1. Ahsan H et al. (2003) Susceptibility to arsenic-induced hyperkeratosis and oxidative stress genes myeloperoxidase and catalase. Cancer Lett 201: 57-65
  2. Centeno JA et al. (2002) Pathology related to chronic arsenic exposure. Environ Health Perspect 110(Suppl 5): 883-886
  3. Grobe JW (1992) Arsenintoxikationsspätfolgeschäden bei Moselwinzern. Hautnah Derm 92: 378–387
  4. Junge J et al. (1995) Multiple Palmoplantarkeratosen, Basalzellkarzinome und Porokarzinome nach Arsen-Therapie. Hautarzt 46: 198–201
  5. Park JY et al. (2002) Arsenic keratosis and pigmentation accompanied by multiple Bowen's disease and genitourinary cancer in a psoriasis patient. J Dermatol 29: 446-451
  6. Troyanova-Slavkova S et al (2018) Plattenepithelkarzinom nach langjähriger Arsenexposition in der Porzellanindustrie. Akt Dermatol 44: 152-155.

Disclaimer

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