Argentinisches hämorrhagisches Fieber A96.0

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

AHF; JHF; Südamerikanisches hämorrhagisches Fieber

Definition

Schwere systemische Infektionskrankheit, ausgelöst durch das Junin-Virus, das zu den Auslösern der viralen hämorrhagischen Fieber gehört.

Erreger

Junin-Virus, Familie der Arenaviridae, Tacaribe-Untergruppe. Erstmals wurde das Virus 1958 isoliert.

Vorkommen/Epidemiologie

  • Erstbeschreibung 1955 in der Buenos Aires Region, anschließend Ausbreitung in ganz Zentralargentinien mit epidemischen Ausbrüchen.
  • Ca. 5 Millionen Menschen leben in Endemiegebieten.
  • Case Fatality Rate: 10-30%.

Ätiopathogenese

  • Reservoir sind wildlebende Mäuse und Mäuseartige, die symptomfrei chronisch krank werden und lebenslang den Erreger im Körper beherbergen und ausscheiden.
  • Kontamination der Umgebung des Menschen durch Speichel, Urin und Blut infizierter Tiere.
  • Infektion von Mensch zu Mensch ist möglich.

Klinisches Bild

  • Inkubationszeit von 7-20 Tagen.
  • Schleichender Beginn mit grippaler Symptomatik.
  • Integument: Konjuktivalhyperämie, periorbitales Ödem, Haut- und Schleimhauterytheme im Gesicht, an Nacken, Brust, Gaumen, Pharynx, Neigung zu Zahnfleisch- und petechialen Blutungen.
  • Extrakutane Manifestationen: Störungen des Muskeltonus und der tiefen Reflexe, feinschlägiger Tremor der Hände und Zunge, relative Bradykardie und Hypertension.

Labor

Leukozytopenie, Thromobozytopenie, erhöhter Hämatokrit, Protein- und Zylindrurie.

Diagnose

  • Virusisolierung in Blut, Urin und aus separierten lymphomononukleären Zellen in Zellkulturen (Antigennachweis immunfluoreszenmikroskopisch)
  • Antikörpernachweis (ELISA).

Differentialdiagnose

andere hämorrhagische Fieber; Influenza (zu Beginn der Erkrankung); Malaria.

Therapie

Prophylaxe

  • Nagerbekämpfung. Einhaltung allgemeiner Hygiene in der Krankenversorgung.
  • Präexpositionelle Ribavirin-Einnahme.
  • Totimpfstoff zeigt gute Wirksamkeit.

Hinweis(e)

Merke! Krankheitsverdacht, Erkrankungsfall und Tod sind namentlich durch den Arzt an das Gesundheitsamt nach § 6 meldepflichig. Nach § 7 sind direkter und indirekter Virusnachweis meldepflichtig.

Weiterführende Artikel (1)

Malaria;

Disclaimer

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