Antihidrotika

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Antitranspirantien

Definition

Arzneimittel gegen übermäßige Schweißabsonderung (s.u. Hyperhidrose), wie z.B. Aluminiumverbindungen, Gerbstoffe, Methenamin, Parasympatholytika (z.B. Atropin), Allantoin.

Anwendungsgebiet/Verwendung

Zur Anwendung kommen v.a.:

  • Metallsalze: Mittel der ersten Wahl sind Aluminiumverbindungen, z.B. Aluminiumchlorid 10-20%, die meist als alkoholische Lösung, z.B. R005 oder auch in Hydroxycellulose-Gel appliziert werden können R004 . Sie führen zur toxischen Schädigung des Akrosyringiums und einem Verschluss des Ausführungsganges. Bei starkem Schweißfluss werden die Antiperspirantien durch den Flüssigkeitsstrom rasch weggespült. Dies lässt sich verhindern durch nächtliche Applikation (2-3mal/Woche) eines 20% Aluminiumchlorid-Hexahydrat-Gels (NRF 11.24.) über Nacht. Achselhöhlen zuvor rasieren!
  • Säuren: Trichloressigsäure, in Kombination mit Aluminiumverbindungen (z.B. Ansudor Puder/Emulsion) oder Gerbsäuren (z.B. Tannosynt Lotio/Puder), bewirkt eine Denaturierung des Keratins des Akrosyringiums und verschließt damit den Ausführungsgang.
  • Aldehyde: Glutaraldehyd oder Formaldehyd entsteht z.B. aus Methenamin (z.B. Antihydral Salbe) im sauren Milieu des Schweißes.Cave! Toxische Nebenwirkungen und Kontaktsensibilisierung durch Formalin können auftreten!
  • Gut wirksam ist Botulinumtoxin.
  • In der Naturheilkunde kommen v.a. Salbei und Rosmarin zur Anwendung.
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