Ankylostomiasis B76.00

Zuletzt aktualisiert am: 23.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

ägyptische Chlorose; Chlorose ägyptische; Hakenwurmkrankheit; hookworm disease; Tunnel-Anämie; Wurmkrankheit der Bergleute

Erstbeschreiber

Dubini, 1843; Griesinger, 1854

Definition

Durch Hakenwürmer verursachte Parasitose.

Erreger

Ancylostoma duodenale (Hakenwurm der alten Welt), Ancylostoma braziliense und Necator americanus (Hakenwurm der neuen Welt).

Vorkommen/Epidemiologie

Etwa 50 Millionen Patienten sind weltweit symptomatisch erkrankt; 400-900 Millionen Menschen sind asymptomatische Wirte. Weltweit verbreitet, v.a. in Tropen u. Subtropen. In Endemiegebieten sind bis zu 90% der Bevölkerung befallen.

Ätiopathogenese

Aktive perkutane Invasion der Hakenwurm-Larven an unbedeckter Haut. Nachfolgende Larvenwanderung auf dem Blutweg in Lungengefäße (Herz-Lungen-Passage) und nach Verlassen derselben über Alveolen, Bronchien, Trachea und Rachenraum in den Dünndarm. Dort Entwicklung zur Geschlechtsreife. Adulte Hakenwürmer setzen sich an der Schleimhaut fest und saugen Blut.

Manifestation

Gehäuft bei Bergleuten, Tunnel- und Ziegelarbeitern, Kaffeeplantagenarbeitern.

Klinisches Bild

Entzündung der Haut an der Eindringstelle der Larven. Häufig Ekzematisierung und Superinfektion der Läsionen durch Kratzen, Urtikaria. Später kann es in Abhängigkeit von den Wanderungswegen der Larven zu Lungenerscheinungen, Anämie, Herzinsuffizienz, Verdauungsstörungen, Unterernährung kommen.

Labor

Eosinophilie, Anämie.

Diagnose

Nachweis der Wurmeier im frischen Stuhl.

Externe Therapie

Interne Therapie

Verlauf/Prognose

Unbehandelt und nach lang dauerndem starken Befall meist letal.

Literatur
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  1. Albonico M et al. (2003) Efficacy of mebendazole and levamisole alone or in combination against intestinal nematode infections after repeated targeted mebendazole treatment in Zanzibar. Bull World Health Organ 81: 343-352
  2. Brenner MA et al. (2003) Cutaneous larva migrans: the creeping eruption. Cutis 72: 111-115
  3. Caumes E et al. (1992) Efficacy of ivermectin in the therapy of cutaneous Larva migrans. Arch Dermatol 128: 83–87
  4. Cooper PJ et al. (2003) Reduced risk of atopy among school-age children infected with geohelminth parasites in a rural area of the tropics. J Allergy Clin Immunol 111: 995-1000
  5. Dubini A (1843) Nuovo verme intestinal umano (Agchylostoma duodenale) constituente un sesto genere die nematoidea propri dell’ uomo. Ann Universali Med 106: 5-13
  6. Griesinger W (1854) Klinische und anatomische Beobachtungen über die Krankheiten von Egypten. Arch Physiol Heilkd 13: 528-575
  7. Kim SC et al. (2003) Pruritic skin eruption on the left foot of a 36-year-old woman. Clin Infect Dis 37: 406, 448-449
  8. Ponnighaus JM et al. (2000) Pruritus of dark skin in hookworm infection. Hautarzt 51: 953-955

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