Analfissur K60.20

Synonym(e)

Afterriss; Analulkus; Darmriss; Darmriß

Definition

Polyätiologisches Symptom mit längs verlaufendem, unterschiedlich tiefem Einriss der Schleimhaut des distalen Analkanals mit sehr unterschiedlich intensiver, v.a. bei Defäkation auftretender (Minuten bis Stunden anhaltender) Schmerzsymptomatik.

Ätiopathogenese

Chronische Obstipation (übermäßige Dehnung des Analkanals beim Durchtritt harter Stuhlmassen), mangelhafte Durchblutung aufgrund venöser Stauung bei Hämorrhoidalleiden, chronische Entzündungen, chronische virale oder bakterielle Infektionen, Sexualpraktiken.

Manifestation

Vorwiegend im mittleren Erwachsenenalter auftretend.

Lokalisation

Meist hintere Kommissur (6 Uhr in Steinschnittlage).

Klinisches Bild

Zunächst oberflächlicher Defekt ( Analrhagade); dieser geht in die chronische Fissur, d.h. bis zu den Fasern des inneren Schließmuskels reichendes, lineares Ulkus mit entzündlicher Infiltration der Umgebung über. Am distalen Ende der Fissur entstehen meist Marisken, die sog. Vor- oder Wachtpostenfalte. Symptome sind heftigste, brennende, krampfartige Schmerzen bei der Defäkation, die stundenlang anhalten können. Ausstrahlung in Rücken, Beine, Genitale möglich. Es kommt zu Stuhlverhaltung und chronischem Spasmus des inneren Schließmuskels mit konsekutiver Fibrose.

Diagnose

Untersuchung in Lokalanästhesie: Lokalanästhetika-Injektionen in die Sphinkterregion, anschließend digitale Untersuchung und Proktoskopie.

Differentialdiagnose

Differenzialdiagnose analer Ulzerationen, die unter dem Bild einer Analfissur auftreten können.

Komplikation

Fistelbildung, periproktitischer Abszess.+

Therapie

Disclaimer

Bitte fragen Sie Ihren betreuenden Arzt, um eine endgültige und belastbare Diagnose zu erhalten. Diese Webseite kann Ihnen nur einen Anhaltspunkt liefern.

Zuletzt aktualisiert am: 19.01.2018