Amphotericin B

Zuletzt aktualisiert am: 15.05.2014

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Definition

Polyen- Antimykotikum aus Streptomyces nodosus.

Indikation

Schwere kutane und systemische Infektionen durch Hefen, insbesondere Aspergillus fumigatus, Blastomyces dermatitidis, Candida-Arten, Coccidiodes immitis, Cryptococcus neoformans, Histoplasma capsulatum, Paracoccidioides brasiliensis, Rhizopusarten, Sporotrix schenckii.

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Eingeschränkte Indikation

Schwangerschaft (nur bei schwersten lebensbedrohlichen Mykosen, da Aborte und Frühgeburten beschrieben wurden), Stillzeit.

Dosierung und Art der Anwendung

  • Bei Candidose der Mundschleimhaut und der enteralen Candidose als Reservepräparat: 4mal/Tag 100–200 mg als Suspension bzw. Tabletten.
  • Bei systemischen Infektionen: Zunächst Gabe einer Testdosis von 1–2 mg i.v., dann 0,1 mg/kg KG i.v. mit schrittweiser Steigerung auf maximal 1 mg/kg KG/Tag.
  • Kinder ab 3 Monaten: 0,25–1 g/Tag i.v., Infusion über mindestens 6 Std.

Merke! Bei i.v.-Applikation Gabe von 1–2 mg in 20 ml 5% Dextrose als Testdosis, Beobachtung der Patienten über 4 Std., bei guter Verträglichkeit kann mit der Therapie begonnen werden!

Normkonzentration

3% in wasseraufnehmenden Salben (Absorptionsgrundlagen), hydrophilen Salben, hydrophilen Cremes, Hydroxyethylcellulosegel, Wasser-haltigem Polyacrylatgel bei Candidose der Haut und Schleimhaut sowie Paronychia candidamycetica 1–3mal/Tag dünn auftragen.

Unerwünschte Wirkungen

Bei systemischer Applikation gehören Elektrolytstörungen wie Hypokaliämie, renale tubuläre Azidose sowie Harnstoff- und Kreatininanstieg zu den häufigsten UAWs. Häufig auch Fieber, Unwohlsein, Schüttelfrost, allergische Hautreaktionen bis hin zur Anaphylaxie, Kopfschmerzen, Rigor, Phlebitis, Thrombophlebitis, Anämie, Gewichtsabnahme, Erbrechen, Sehstörungen, Arthralgien, Myalgien, schweres Krankheitsgefühl. Hämato- und Nephrotoxizität bei parenteraler Applikation.

Merke! Paragruppenallergie bei Fertigpräparaten beachten.

Merke! In den ersten 4 Wochen der Therapie sollten 2mal wöchentlich und danach wöchentlich folgende Laborparameter kontrolliert werden: Hämatokrit; Elektrolyte, Blutbild, Kreatinin sowie Urinstatus und -sediment. Eine Dosierung von > 4 g über 6 Wochen führt generell zu einer irreversiblen Schädigung der Nierenfunktion!

Wechselwirkungen

s. Tabelle 1.

Kontraindikation

Schwere Leber- und Nierenfunktionsstörungen, Amphotericin B-Unverträglichkeit.

Präparate

Ampho-Moronal, Amphotericin B

Tabellen

Wesentliche Wechselwirkungen von Amphotericin B

Acetylcystein

inkompatibel

ACTH

Hypokaliämie

Aminoglykoside

Nephro- und Ototoxizität ↑

Amiodaron

Torsades de pointes bei Hypokaliämie ­

Ciclosporin A

Nephrotoxizität ↑

Foscarnet

Nephrotoxizität ↑

Ganciclovir

BB-Veränderungen, gegenseitige Wirkung ↑

Glukokortikoide

Hypokaliämie, Superinfektion

Herzglykoside

Hypokaliämie, Herzglykosid-Toxizität ↑

Pentamidindiisethionat

Nephrotoxizität ↑

Thiazid-Diuretika

Hypokaliämie

Zalcitabin

Zalcitabin-Toxizität ↑

Zidovudin

wechselseitige Toxizität ↑

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