Amalgam-Allergie T78.4

Definition

Seltene Typ IV-Allergie (s.u. Allergie) auf das in Amalgam enthaltene Quecksilber.

Klinisches Bild

Stomatitis, Erosionen, Lichen planus mucosae, rezidivierende apththöse Veränderungen, urtikarielle Exantheme (sehr selten). Nicht selten ist eine "Amalgam-Allergie" ein Zeichen einer somatoformen Störung und bedarf somit einer sehr differenzierten Vorgehensweise.

Diagnose

  • Anamnese, Epikutantest auf Quecksilber-Derivate.
  • Epikutantestungen mit den verschiedenen Quecksilberverbindungen zum Nachweis einer Typ IV-Allergie zeigen wechselhafte, nicht immer reproduzierbare Ergebnisse. Der Epikutantest sollte mit standardisiertem 1% Qecksilber(II)-aminchlorid in Vaseline und 5% Amalgam in Vaseline durchgeführt werden. Zu fordern ist eine 24- bzw. 48-Std.-Exposition sowie Spätablesungen (mindestens 72 Std.). Wegen vielfältiger morphologischer Reaktionsmöglichkeiten ist die Testung nur von erfahrenen, dermatologisch versierten Allergologen durchzuführen.
  • Allergische Reaktionen auf Phenylquecksilberborat oder -acetat bzw. auf andere Quecksilberverbindungen (z.B. Thiomersal) sind allenfalls vage Hinweise auf das Vorliegen einer Allergie gegen anorganisches Quecksilber.

Therapie

Literatur

  1. Bailer J et al. (2003) Ill due to amalgam? 10 rules for managing the symptomatic patient. MMW Fortschr Med 145: 34-38
  2. Dunsche A et al. (2003) Lichenoid reactions of murine mucosa associated with amalgam. Br J Dermatol 148: 741-748
  3. Fuchs Th (1994) Stellungnahme der DKG der DDG zur Amalgamallergie. Hautarzt 45: 415
  4. Koch W (1995) Gesundheitliche Risiken von Amalgamfüllungen aus dermatologischer und zahnärztlicher Sicht. Z Dermatol 181: 6–15
  5. Lazarov A et al. (2003) Contact orofacial granulomatosis caused by delayed hypersensitivity to gold and mercury. J Am Acad Dermatol 49: 1117-1120

Disclaimer

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Zuletzt aktualisiert am: 27.05.2016