Alpha1-Antitrypsin

Zuletzt aktualisiert am: 14.11.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

AAT; Alpha-1-AT; Alpha-1-PI; Alpha-1-Proteinase-Inhibitor; AT

Definition

Alpha-1-Antitrypsin ist der wichtigste Proteinaseinhibitor im Serum (die alpha-1-Globulinfraktion im Serum besteht zu etwa 85% aus dem Alpha-1-Antitrypsin-Protein), ein Akute-Phase-Protein, das zur Familie der Serinprotease-Inhibitoren (auch Serpine genannt) gehört. Serpine binden Enzyme (Serinproteasen) wie Neutrophilen-Elastase, Chymotrypsin, Trypsin und Thrombin. Hierbei bilden sie irreversible Komplexe mit der jeweiligen Serinprotease und inaktivieren sie. 

Ein Mangel an Alpha-1-Antitrypsin führt nicht zu thrombo-embolischen Ereignissen sondern zu schweren heaptischen und pulmonalen Veränderungen.

Klinisches Bild

Alpha1-Antitrypsin wird im Blutserum gemessen und ist ein Teil der Alpha-1-Globuline.

Normwert (Alpha1-AT-Konzentration im Serum): 0,9-1,8g/l

Alpha-1-Antitrypsinmangel: Der Alpha-1-Antitrypsinmangel (Alpha-1-Proteinaseinhibitormangel) ist eine hereditäre Krankheit, bei der Alpha-1-AT in der Leber fehlerhaft gebildet wird, und deshalb nicht mehr aus den Hepatozyten sezerniert werden kann. Sie beruht auf einer Punktmutation im Alpha1-AT-Gen. Folgende Varianten werden (je nach ihrer elektrophoretischen Mobilität) unterschieden:

  • F(fast)  
  • M (medium) – mittlere Mobilität
  • S (slow) – langsame anodische Mobilität
  • Z  meist kathodisch gelegen
  • Seltene Varianten (nach Geburtsort der Patienten benannt)

S-Alpha1-AT (Glu 264Val), wird bis zu 28% der Südeuropäer gefunden. Bei homozygoten Merkmalsträgern kommt es zu einer Verminderung der Alpha1-AT-Konzentration von bis zu 40%.

Z-Alpha1-AT (Glu342Lys), wird bei 4% der Nordeuropäer gefunden. Bei homozygoten Merkmalsträgern kommt es zu einer Verminderung der Alpha1-AT-Konzentration von 85-90%. 

Alpha1-AT  wird ebenfalls im Stuhl bestimmt. Das Enzym dient als Marker bei enteralem Eiweißverlust (s.u. Enterales Eiweißverlustsyndrom)       

Hinweis(e)

Alpha1-Antitrypsin erhielt nach Kenntnis seiner biochemischen Funktion den Namen Alpha1-Proteinaseinhibitor (auch Alpha1-PI genannt). >75 genetische Varianten von Alpha1-Antitrypsin sind bekannt. Nur wenige gehen mit einem klinisch relevanten Alpha1- Antitrypsinmangel einher. Dies ist insofern von Bedeutung, da dieser mit schweren Lungen- und Lebererkrankungen einher gehen kann.          

Literatur
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  1. HA Neumann (2014) Das Gerinnungssystem. ABW-Wissenschaftsverlag GmbH Berlin S. 101f.

Weiterführende Artikel (2)

Alpha1-Antitrypsinmangel; Serpine;
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