Allopurinol

Zuletzt aktualisiert am: 15.05.2014

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Definition

Urostatikum: Hemmung der Xanthinoxidase (Verminderung der Harnsäuresynthese), dadurch vermehrte Ausscheidung von wasserlöslichen Vorstufen (Xanthin, Hypoxanthin); Feedback-Hemmung der Purinsynthese.

Indikation

Primäre und sekundäre Hyperurikämie, Gichtniere, Uratnephrolithiasis, Enzymdefekt mit Überproduktion von Harnsäure.

Dosierung und Art der Anwendung

Initial 300 mg/Tag oder weniger (Gabe nach dem Frühstück), Dosisanpassung in 2-wöchentlichen Abständen nach Harnsäurespiegel (Ziel: 4-6 mg/dl), Tageshöchstdosis 800 mg/Tag (2 ED); Erhaltungsdosis 200-400 mg/Tag; Dosisreduktion bei Niereninsuffizienz (Schema angepasst an Kreatinin-Clearance).

Unerwünschte Wirkungen

Pruritus, lichenoide und multiforme Exantheme, Urtikaria, GIT-Störungen, Knochenmarksdepressionen. Hypersensitivitätssyndrom (in der Literatur sind insgesamt 100-150 Fälle publiziert) mit generalisiertem Verlauf (Fieber, lichenoide oder multiforme Exantheme, Kopf- und Gliederschmerzen, Hepatitis, Nierenversagen). Cave! Häufig letaler Verlauf (20-30%)! Das Hypersensitivitätssyndrom tritt häufiger bei gleichzeitiger Gabe von Thiaziden und Furosemid auf (s.a.u. toxische epidermale Nekrolyse).

Wechselwirkungen

Azathioprin und 6-Mercaptopurin werden verlangsamt eliminiert, Wirkung von Salicylaten und Antikoagulantien werden verstärkt, Hautausschlag bei Amoxicillin und Ampicillin sind häufiger, Captopril erhöht das Risiko der Leukopenie.

Kontraindikation

Schwangerschaft und Stillzeit.

Präparate

Zyloric

Weiterführende Artikel (1)

Toxische epidermale Nekrolyse;
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