Allergieprävention

Zuletzt aktualisiert am: 04.01.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Allgemeine Information

Allergien stellen ein bedeutsames gesundheitliches und sozialökonomisches Problem dar. Neben der medikamentösen Behandlung spielt umso mehr die Vorbeugung eine entscheidende Rolle. Hierbei sind sowohl Primärprävention als auch Sekundärprävention essentiell (s. Prävention). Die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI) entwickelte hierzu eine "Evidenz"-basierte Leitlinie (s. Tabelle 1).

Das Risiko eine Allergie zu entwickeln wird von dem Zeitpunkt beeinflusst, ab dem potenziell allergene Lebensmittel zugeführt werden. Eine Metanalyse mit großen Kollektiven ergab dass sowohl für Eier und Erdnuss eine frühe Exposition (im Alter zwischen 4 und 11 Monaten) eine orale Toleranz herbeiführt; dieser Zusammenhang ist bei Fisch nicht eindeutig (Lerodiakonou 2016). Für die Zöliakie trifft dies nicht zu.   

Literatur
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  1. Ierodiakonou D et al. (2016) Timing of Allergenic Food Introduction to the Infant Diet and Risk of Allergic or
    Autoimmune Disease: A Systematic Review and Meta-analysis. JAMA 316:1181-1192. 
  2. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG), Aktionsbündnis Allergieprävention. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 061/016
  3. Worm M et al. (2016) Leitlinie zum Mangement IgE-vermittelter Nahrungsmittelallergien. Allergologie 39: 302-344

Tabellen

 

Präventionsmaßnahmen

Familiäre Vorbelastung: Sekundärprävention

Keine familiäre Vorbelastung: Primärprävention

Ausschließlich Stillen von mind. 4 Monaten

ja ? (inzwischen wird der protektive Wert des Stillens in Zweifel ezogen)

 

Vermeidung potenter Nahrungsmittelallergene in mütterlicher Diät während der Stillzeit (Effekt auf atopisches Ekzem möglich) nur nach Abwägung der Gefahren der Mangelernährung vertretbar

ja

nein

Keine Beikost vor dem 4. Lebensmonat

ja

ja

Keine allgemeine Diät zur Allergieprävention

ja

ja

Keine Anschaffung von felltragenden Tieren

ja

ja

Vermeidung von Katzenhaltung

ja

nein

Reduktion der Hausstaubmilbenallergenbelastung

ja

nein

Vermeidung eines Schimmelpilz-fördernden Klimas

ja

ja

Vermeidung der Aktiv- und Passivrauchexposition

ja

ja

     

Impfen nach STIKO-Empfehlungen

ja

ja

Vermeidung der Kaiserschnittentbindung ja ja

 

Weiterführende Artikel (2)

Allergie; Prävention in der Dermatologie ;
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