Alkoholintoleranz T78.1

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

alcohol intolerance; Alkoholunverträglichkeit

Definition

Akut auftretende, wahrscheinlich genetisch bedingte, unerwünschte Erscheinungen nach der Aufnahme von alkoholischen Getränken mit ausgeprägten individuellen und ethnischen Unterschieden in den Reaktionen auf geringe Alkoholdosen.

Vorkommen/Epidemiologie

Mongolide Bevölkerungen (z.B. Japaner, Chinesen, Koreaner) reagieren zu einem weitaus höheren Prozentsatz als kaukasische.

Ätiopathogenese

  • Ursache ist erhöhte Acetaldehydkonzentration im Körper.
  • Fehlen der Aldehyddehydrogenase 2 Aktivität (ALDH) führt zu langsamerer Verstoffwechselung und konsekutiver Akkumulation von Acetaldehyd.
  • Bei Asiaten gesteigerte Alkoholabbaurate durch Alkohol-Dehydrogenase, welche zusätzlich den Acetaldehydspiegel erhöht.
  • Erhöhter Acetaldehydspiegel löst eine Catecholamin-induzierte Gefäßerweiterung mit Flush-Symptomen aus.
  • Kein Nachweis der Aldehyddehydrogenase-Enzymabnormität in der kaukasischen Bevölkerung.
  • Bedingt durch die geringere Alkoholtoleranz konsumieren betroffene Personen durchschnittlich geringere Mengen Alkohol.
  • Einige Medikamente können die ALDH-Aktivität der Leber hemmen (z.B. Disulfiram, Sulfonamide, Chloramphenicol, Griseofulvin, Procarbazin).
  • Auch Typ I- und Typ IV-Reaktionen werden pathophysiologisch diskutiert.

Klinisches Bild

  • Gesichtsröte (Flush), Steigerung der Herzfrequenz, Palpitationen, Hitzegefühl im Magen und Muskelschwäche.
  • Urtikarielle Reaktionen können bei direktem Kontakt des Alkohols mit der Haut auftreten (bis jetzt nur selten beschrieben).
  • Anaphylaktoide Reaktionen (Asthma, Hypotension, Bewußtlosigkeit) können schon nach Konsum geringer Mengen auftreten.

Therapie

Literatur
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  1. Sticherling M et al. (1999) Alcohol: intolerance syndromes, urticarial and anaphylactoid reactions. Clin Dermatol 17: 417-422

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