AEFI

Zuletzt aktualisiert am: 19.06.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

Alle Autoren

Synonym(e)

ASIA (autoimmune syndrome induced by adjuvant); Gulf war syndrome

Definition

  • Akronym für "adverse events following immunisation" (s.a. Autoinflammatorische Syndrome).
  • Im Erwachsenenalter betreffen diese unerwünschten Arzneimittelwirkungen UAW in erster Linie die Influenza-Schutzimpfung. Sie werden auch als ASIA (autoimmune syndrome induced by adjuvant) bezeichnet. Eine gesonderte Form dieser erworbenen autoimmunologischen Syndrome wurde auch als "Gulf war syndrome" beschrieben.

Klinisches Bild

Zur Bewertung eines Verdachtsfalls einer UAW werden üblicherweise WHO-Kriterien herangezogen, die zwischen:

  • gesicherten (certain)
  • wahrscheinlichen (probable/likely)
  • möglichen (possible)
  • unwahrscheinlichen (unlikely)
  • unvollständigen (conditional/unclassified) und
  • nicht zu beurteilenden (unassessible/unclassificable)

unterscheiden.

Klinisch werden bei AEFI folgende Symptome beobachtet: Rezidivierendes Fieber, Myalgien, Arthralgien, kognitive Störungen, gastrointestinale und respiratorische Syndrome, Exantheme (s.u. Fallbericht) und das (unspezifische ) Auftreten von diversen Autoantikörpern.  

Fallbericht(e)

Ein 73-jähriger Patient stellte sich mit disseminierten, erythematösen, juckenden und druckdolenten, knotigen Effloreszenzen am gesamten Integument vor, die histologisch mit einer perivaskulären, interstitiellen Dermatitis und einer diskreten septalen Pannikulitis korrelierten. Diese traten erstmalig vor einem Jahr unmittelbar nach einer Influenza-Impfung auf. Weiterhin bestanden rezidivierende Fieberschübe und Myalgien mit zunehmender Muskelschwäche, Gewichtsverlust und Fatigue. Laborchemisch zeigte sich eine autoimmunhämolytische Anämie (direkter Coombs-Test positiv, Haptoglobin stark erhöht), eine ausgeprägte Leukopenie sowie erhöhte Akutphase-Parameter wie z. B. CRP, BSG und Ferritin. Im Blutausstrich sowie dem Knochenmarkbiopsat waren Hinweise auf eine medikamentös-toxische Schädigung nachweisbar. Sowohl lymphoproliferative als auch rheumatische Erkrankungen konnten weitgehend ausgeschlossen werden. Die Diagnose AEFI konnte beim Vorliegen von 3 Majorkriterien (Myalgien, Fatigue, Fieber) und der Anamnese (vorausgegangene Vakzinierung) gestellt werden. Wir leiteten eine Therapie mit oralen Glukokortikosteroiden ein, worunter sich eine dramatische Besserung der Symptome einstellte.

Diskussion: Der vorliegende Fall eines AEFI verdeutlicht, dass komplexe, hoch-chronische autoimmunologisch/inflammatorische Krankheitsbilder nach "banaler" Vakzinierung auftreten können. Darüber hinaus scheinen auch kutane und hämatologische Symptome im Spektrum des AEFI zu liegen.

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Hehn J et al. (2003) Influenza-Schutzimpfung und Dermatosen- Koinzidenz oder kausale Assoziation. JDDG 2: 99-104
  2. Israeli E (2012) Gulf War syndrome as a part of the autoimmune (autoinflammatory) syndrome induced by adjuvant (ASIA). Lupus 21:190194.

Disclaimer

Bitte fragen Sie Ihren betreuenden Arzt, um eine endgültige und belastbare Diagnose zu erhalten. Diese Webseite kann Ihnen nur einen Anhaltspunkt liefern.

Abschnitt hinzufügen

Autoren

Zuletzt aktualisiert am: 19.06.2018