Adipositas E 66.99

Zuletzt aktualisiert am: 18.06.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Fettleibigkeit; Fettsucht

Definition

Adipositas, auch Fettleibigkeit genannt, bezeichnet einen stark vermehrten Anteil an Fettgewebe im Körper. Bei Frauen spricht man von Adipositas, wenn der Anteil der Fettmasse 30 % übersteigt, bei Männern liegt die Grenze bei 20 %. Eine Abschätzung des Fettanteils erfolgt über den Körper-Maßen-Index (Body mass index, BMI).

Vorkommen/Epidemiologie

In den westlichen Industrieländern isteigt die Prävalenz in Abhängigkeit vom Alter an. In Europa sind circa 25 % der Schulkinder und bis zu 50 % der Erwachsenen von Adipositas betroffen. 

Merke: Im asiatischen Raum gelten andere BMI-Werte als Anhaltspunkte für Adipositas.

Ätiopathogenese

Adipositas ist eine multikausale Erkrankung und wird unterteilt in die primäre und sekundäre Form.

Primäre Adipositas (Prävalenz 95 %), Entstehungsfaktoren:

Genetische Faktoren:  Circa 5 % aller Patienten mit Adipositas Grad III weisen eine Mutation des MC4R-Gens auf (zumeist Patienten mit Essstörungen). Darüber hinaus wird eine Leptin-Resistenz als mögliche Ursache vermutet. Weitere mögliche genetische Ursachen sind eine Genmutation von GNB3-825T, des FTO-Gens und Syndrome die Adipositas fördern.

Überernährung, eine ungesunde Lebensweise, körperliche Inaktivität

Psychische Faktoren (Stress, Frustration und Einsamkeit): Essen als Trost oder Sucht kann zu einem Verlust des gesundenden Sättigungsgefühls führen.


Sekundäre Adipositas (Prävalenz 5 %) Entstehungsfaktoren:

Endokrinologische Erkrankungen wie Hypothyreose, M. Cushing, Insulinom, Testosteronmangel (bei Männern)

Zentral bedingte Adipositas: Hirntumoren; nach deren Operationen bzw. Bestrahlungen 

Klinisches Bild

Adipositas ist die häufigste Ursache für die nichtalkoholische Fettleber (nonalcoholic-fatty liver, NAFL). Adipositas  geht mit Gelenkbeschwerden (vor allem Hüfte und Knie) und Beschwerden der Wirbelsäule und einer verminderten körperlichen Belastbarkeit einher.

Diagnose

Im Rahmen eines Adipositas-Diagnoseverfahrens sollten folgende Teilbereiche bestimmt werden:

  • Beurteilung des Körpergewichtes mittels BMI oder Broca-Formel
  • Bestimmung des Fettverteilungstyps
  • Erfassung weiterer koronarer Risikofaktoren
  • Erfassung einer Ernährungsanamnese
  • Ausschluss endokriner Störungen
  • Ausschluss einer Bulimie

Komplikation

Im Rahmen einer Adipositas-Erkrankung kann es zu folgenden Komplikationen und Begleiterkrankungen kommen:

  • Nichtalkoholische Fettlebererkrankungen
  • Metabolisches Syndrom
  • Adipositas ist ein Risikofaktor für arterielle Hypertonie, Schlaganfall und koronare Herzerkrankungen, Schlafapnoe-Syndrom, Hypertensive Schwangerschaftserkrankungen, Krebskrankheiten, Arthrosen, Beinvenenthrombosen
  • Hormonelle Störrungen: 
  • Männer: vermehrte Aromataseaktivität der Fettzellen
  • Frauen: Hirsituismus, Haarausfall, Seborrhö, Akne, sekundäre Amenorrhö, Infertilität, polyzystisches Oviarialsyndrom
  • Intertrigo, Striae
  • Negativer Einfluss auf die Herzsuffizienz
  • Depressionen

Therapie

Hinweis(e)

Berechung des BMI = Gewicht (kg) / Körperoberfläche in m²

    • BMI < 20: Untergewicht
    • BMI 20-25: Normalgewicht
    • BMI 25-30: Übergewicht
    • BMI > 30: Adipositas
    • BMI > 40: Adipositas per magna
  • Als Grenzwert für die Diagnose von Adipositas gilt bei Frauen ein Umfang der Taille (Messung in Nabelhöhe) von 80 cm, bei Männern von 94 cm als kritisch gesehen.
  • Der Taille/Hüft-Quotient berechnet sich wie folgt: Umfang der Taille/Umfang der Hüfte. Der Umfang der Hüfte wird an der kräftigsten Stelle über dem Gesäß gemessen. Das Verhältnis sollte bei Männern < 1,0 bei Frauen < 0,85 sein.

Verweisende Artikel (1)

Nichtalkoholische Steatohepatitis;

Weiterführende Artikel (1)

Nichtalkoholische Fettleber ;

Disclaimer

Bitte fragen Sie Ihren betreuenden Arzt, um eine endgültige und belastbare Diagnose zu erhalten. Diese Webseite kann Ihnen nur einen Anhaltspunkt liefern.

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