Adalimumab

Zuletzt aktualisiert am: 20.04.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Definition

Rekombinanter, nur aus humanen Sequenzen bestehender, monoklonaler IgG1 Antikörper gegen Tumor-Nekrose-Faktor alpha (TNF-α) mit spezifischer Bindung an TNF-alpha und ohne Affinität gegen andere Mitglieder der humanen TNF-Familie. Pharmakologisch gehört der Antikörper zur Gruppe der "immune response modifiers".

Wirkungen

  • Neutralisierung der biologischen Funktion von TNF-alpha durch hochspezifische Bindung an die TNF-alpha Moleküle und Hemmung der Interaktion mit den zellständigen p55 und p75-TNF-Rezeptoren.
  • Sekundär werden die Produktion und Sezernierung von IL-1 und IL-6 sowie Leukozytenmigration und Expression von Adhäsionsmolekülen gehemmt.

Indikation

  • Mäßige bis schwere aktive rheumatoide Arthritis bei Erwachsenen mit Therapieversagen gegenüber anderen Therapien einschließlich Methotrexat.
  • Aktive u. progressive Psoriasis-Arthritis bei Erwachsenen, die nur unzureichend auf die Therapie mit krankheitsmodifizierenden Basistherapeutika angesprochen haben. Anwendung vorrangig in der Kombinationstherapie mit Methotrexat (zur Vermeidung der Bildung von Autoantikörpern gegen Adalimumab), bei Unverträglichkeit von MTX auch als Monotherapie anwendbar.
  • Inzwischen liegt auch für die Psoriasis eine Zulassung als Erstlinientherapie vor.
  • Adalimumab kann auch bei Kindern mit schwerer Plaque-Psoriasis die auf Methotrexat nicht ausreichend angesprochen hatten eingesetzt werden. 
  • Plaque-Psoriasis
  • Off label use: Acrodermatitis continua suppurativa (s.dort)

Schwangerschaft/Stillzeit

Keine Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit (ungenügende Erfahrungen bzw. Datenlage).

Dosierung und Art der Anwendung

Erwachsene/Jugendliche > 18 J.: 1mal/14 Tage 40 mg s.c.

Unerwünschte Wirkungen

  • Häufig lokale Reaktionen an der Einstichstelle wie Rötung, Schmerzen, Pruritus.
  • Gelegentlich Infektionen des respiratorischen Systems sowie Harnwegsinfekte, Herpes simplex, Übelkeit, Diarrhoe, Kopfschmerzen.
  • Immunogentiät: Anti-Adalimiúmab-Antikörper treten bei 6-50% der Patienten auf. Damit wird ein gutes klinisches Ansprechen allerdings nicht ausgeschlossen (Hsu L et al. (2014). 

Kontraindikation

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder Hilfsstoffen im Präparat. Aktive Tuberkulose, schwere Infektionen (Sepsis, opportunistische Infektion), Herzinsuffizienz (NYHA Klasse III/IV), gleichzeitige Therapie mit Lebendimpfstoffen.

Präparate

Humira

Hinweis(e)

  • Merke! Empfängnisverhütung bei Frauen während der Therapie bis mindestens 5 Monate nach Therapieende sowie bei Männern während der Anwendung bis 70 Tage nach der letzen Adalimumab-Injektion!

  • Neue Studiendaten weisen darauf hin, dass Adalimumab bei Patienten mit mäßiger bis schwerer Psoriasis zu einer signifikanten Besserung der Krankheitssymptome führt. Bei regelmäßiger Anwendung des vollständig humanen monoklonalen Antikörpers kann zudem das Risiko einer erneuten Verschlimmerung reduziert werden.

Literatur
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  1. Lehnen M et al. (2004) New therapeutic options for psoriatic arthritis: TNF inhibitors. Dtsch Med Wochenschr 129: 634-638
  2. Hsu L et al. (2014) Antidrug antibodies in psoriasis: a systematic review. Br J Dermatol 170:261-273.
    Menter A et al. (2008) Adalimumab therapy for moderate to severe psoriasis. A randomized, controlled phase III trial. J Am Acad Dermatol 58: 106-115
  3. Molloy E et al. (2004) Morbidity and mortality in rheumatoid patients during treatment with adalimumab and infliximab. Rheumatology (Oxford) 43: 522-523
  4. Shikiar R et al. (2007) Adalimumab treatment is associated with improvement in health-related quality of life in psoriasis: patient-reported outcomes from a Phase II randomized controlled trial. J Dermatolog Treat 18: 25-31
  5. Toussirot E et al. (2004) The use of TNF-alpha blocking agents in rheumatoid arthritis: an overview. Expert Opin Pharmacother 5: 581-594
  6. Wozel G, Sticherling M (2007) Systemische Psoriasistherapie - der nächste Schritt. Hautarzt 58: 515-524
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