Acne keloidalis nuchae L73.0

Synonym(e)

Acne keloidalis; Acne sclerotisans nuchae; Dermatitis papillaris capillitii (Kaposi); Folliculite pilo-sebacée chronique; Folliculitis keloidalis; Folliculitis nuchae sclerotisans; Folliculitis scleroticans nuchae; Follikulitis keloidalis; Nackenkeloid; Sycosis framboesiformis (Hebra); Sycosis nuchae sclerotisans

Erstbeschreiber

Hebra u. Kaposi, 1860

Definition

Eminent chronische fibrosierende und indurierende Follikulitis und Perifollikulitis der Nackenregion, die zu irreversiblem Haarverlust und fortschreitender, ausgedehnter, wulstig-keloidiger Narbenbildung führt.

Ätiopathogenese

Ätio: diskutiert wird eine initiale Staphylokokken-Follikulitis nach Kurzhaarschnitt oder Rasur. Es besteht keine pathogenetische Verwandtschaft zur Akne (Lokalisation, Fehlen von Komedonen). Aus unbekannter Ursache Übergang in einen chronisch fibrosierenden Prozess mit Gewebshyperplasie und  Druckatrophie der Follikel. 

Manifestation

Nur bei Männern auftretend, nach dem Pubertätsalter; bevorzugt bei Angehörigen dunkelhäutiger Rassen.

Lokalisation

Nacken, Nackenhaargrenze, evtl. Ausdehnung auf den Hinterkopf.

Klinisches Bild

Zunächst einzelne, kleine, rote, follikuläre Papeln und Pusteln, daraus Entwicklung harter, dunkelroter, halbkugeliger, glänzender, unterschiedlich großer, von einem Terminal- oder Vellushaar durchbohrte, feste Papeln und Knoten, die zu grösseren plattenartigen Gebilden konfluieren können.

Später zunehmende sklerotische, nahezu brettharte Verhärtungen der dazwischen liegenden Haut.

Balkenähnliche, quer verlaufende, derbe, wulstige Keloide mit Büschelhaaren.

Tiefe epithelausgekleidete Fistelgänge.

Peripheres kontinuierliches machmal auch schubweises Fortschreiten der sklerosierenden Entzündung über einen Zeitraum von Jahren.

Differentialdiagnose

  • Furunkel: Hochschmerzhaft, akut auftretend; ausgehend von 1 Follikel; keine multiplen Pusteln auf der Oberfläche; deutlich fluktuierend.
  • Folliculitis decalvans: Eminent chronischer Krankheitsverlauf meist über Jahre; narbige Alopezie; hochrote Hautveränderungen im Zentrum meist atrophisch glänzend und randlich stehenden follikulären Papeln; später pustulöse Umwandlung und Krustenbildung. Es resultieren unregelmäßig geformte Narbenherde mit kleinfleckigem, irreversiblem Haarausfall. Ausbildung von Büschelhaaren.
  • Tinea capitis profunda: Meist bei Kindern auftretend! Subakuter oder akuter Verlauf; juckende oder mäßig schmerzhafte, 0,5-5,0 cm große, meist gut abgegrenzte, kissenartig erhabene, eitrige, hochrote Plaques oder Knoten. Auf Druck kann sich Eiter entleeren. Haare fehlen in der Läsion; noch existierende Haare lassen sich leicht und meist schmerzlos extrahieren; Anfertigung eines Nativpräparates zum Pilznachweis.

Therapie

Verlauf/Prognose

Chronisch rezidivierender Verlauf.

Literatur
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  3. Gloster HM Jr (2000) The surgical management of extensive cases of acne keloidalis nuchae. Arch Dermatol 136: 1376-1379
  4. Hebra v. F, Kaposi M (1860) Lehrbuch der Hautkrankheiten. Enke, Erlangen, vol. 1, S. 506
  5. Kaposi M (1894) Ueber einige ungewöhnliche Formen von Acne (folliculitis). Arch Dermatol Syph 26: 87-96
  6. Kelly AP (2003) Pseudofolliculitis barbae and acne keloidalis nuchae. Dermatol Clin 21: 645-653
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  8. Shapero J et al. (2011) Acne keloidalis nuchae is scar and keloid formation
    secondary to mechanically induced folliculitis. J Cutan Med Surg 15:238-240

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Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017