ABCD-Regel, dermatoskopische

Zuletzt aktualisiert am: 15.05.2014

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Definition

Semiquantitatives Beurteilungsschema der Vitalhistologie zur Berechnung eines Dermatoskopiewertes (DPW) zur Gradierung einer Pigmentläsion hinsichtlich ihrer Malignität.

Allgemeine Information

  • Auswertung: Die Kriterien der dermatoskopischen ABCD-Regel (Asymmetrie, Begrenzung, Colour, Differenzialstruktur) sind im Allgemeinen in Übersichtsaufnahmen, also bei etwa 10facher Vergrößerung, erkennbar und daher als dermatoskopische Charakteristika zu bezeichnen.
    • DPW < 5,45: Gutartiges Pigmentmal sehr wahrscheinlich.
    • DPW > 5,45: Malignes Melanom sehr wahrscheinlich (Grenzbereich: 4,75-5,45).
  • Die diagnostische Genauigkeit wird mit 92,2% angegeben. Etwa 9,7% benigner melanozytärer Naevi werden nach der Dermatoskopieregel falsch als maligne überdiagnostiziert.

Merke! Bei einem DPW zwischen 4,75 und 5,45 sollten zusätzliche Informationen, z.B. weißliche regressive Areale, Gefäßmuster oder weitere Pigmentmerkmale herangezogen werden.

Cave! Amelanotische oder knotige Melanome können auch niedrige Punktwerte (< 5,45) aufweisen.

Literatur
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  1. Stolz W, Braun-Falco O, Bilek P, Landthaler M, Burgdorf WHC, Cognetta AB (2002) Color atlas of dermatoscopy. Blackwell, Berlin

Tabellen

Merkmal

Ausprägung

Punktzahl

Faktor*

Asymmetrie

in 0, 1 oder 2 Achsen

0-2

x 1,3

Begrenzung

Abrupter Abbruch des Pigmentmusters in 0 bis 8 Segmenten

0-8

x 0,1

Colour

weiß, rot, hellbraun, dunkelbraun, blaugrau, schwarz

1-6

x 0,5

Differentialstruktur

Netzwerk, strukturlose Areale, Punkte, Schollen, Streifen

1-5

x 0,5

* Koeffizient für die Berechnung des Dermatoskopie-Punktwertes (DPW)

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