Abatacept

Zuletzt aktualisiert am: 15.05.2014

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Definition

Selektiver Co-Stimulation-Modulator von CD80 und CD86. Rekombinantes, lösliches Fusionsprotein, das aus einer extrazellulären Domäne des humanen zytotoxischen T-Lymphozyten-Antigens 4 (CTLA-4) und einem Fragment des Fc-Anteils vom humanem Immunglobulin IgG1 besteht.

Wirkungen

  • Damit die Immunantwort auf ein Antigen nicht überschießend verläuft, ist die Aktivierung von T-Lymphozyten durch ein komplexes Zusammenwirken von synergistisch wirkenden und hemmenden Zytokinen geregelt. Zwei Signale, die von Antigen-präsentierenden Zellen (APC) ausgehen, sind für die volle T-Zellaktivierung nötig. Das erste Signal besteht in der Interaktion des gebundenen Antigens mit einem T-Zellrezeptor. Das zweite (costimulatorische) Signal besteht z.B. in der Bindung von CD80- und CD86-Molekülen auf den APC an den CD28-Rezeptor auf T-Zellen. Ohne diese Interaktion bleibt der Lymphozyt anerg. Kurz danach schütten die aktivierten T-Zellen ein negatives Costimulationsmolekül aus, das CTLA-4. Dieses ist homolog zu CD28, bindet aber mit höherer Affinität an CD80/86. Damit reduziert die aktivierte T-Zelle selbst die weitere Stimulation und eine überschießende Immunantwort.
  • Abatacept bindet wie CTLA-4 an CD80 sowie CD86 und moduliert damit selektiv das zweite Signal. Es wirkt stärker auf naive T-Zellen als auf Gedächtniszellen. Laut Studienlage sanken dosisabhängig die Spiegel von Entzündungsmarkern sowie Interleukin-2(IL-2)-Rezeptor als Marker für die T-Zellaktivierung.

Indikation

  • Mäßige bis schwere Rheumatoide Arthritis in Kombination mit Methotrexat zur Verbesserung der körperlichen Funktionsfähigkeit und Reduktion der Progression der Gelenkbeteiligung, wenn das Ansprechen auf krankheitsmodifizierende Präparate, incl. von mindestens einem TNF-Inhibitor nicht ausreichend ist bzw. wenn diese wegen unerwünschten Nebenwirkungen nicht vertragen werden.
  • Herstellerstudien zur Beurteilung der Wirksamkeit bei Psoriasis arthropathica und Psoriasis vulgaris laufen noch.

Eingeschränkte Indikation

Schwere u. unkontrollierte Infektionen wie Sepsis und opportunistische Infektionen.

Dosierung und Art der Anwendung

  • < 60 kg KG: 500 mg i.v. als 30-minütige i.v.-Infusion.
  • 60-100 kg KG: 750 mg i.v. als 30-minütige i.v.-Infusion.
  • > 100 kg KG 1 g i.v. als 30-minütige i.v.-Infusion.

Unerwünschte Wirkungen

  • V.a. Kopfschmerzen und Übelkeit. Schwächung der Immunabwehr gegen Infektionen. Laut Studienlage kommt es häufiger zu schweren Infektionen, vor allem der Harn- und Atemwege sowie im Gastrointestinaltrakt (bei 2,9 versus 1,7 Prozent der Patienten). Ob vermehrt Malignome auftreten, muss anhand von Verlaufsbeobachtungen anhand von Langzeitergebnissen noch erfasst werden.
  • Besonders ungünstig bezüglich der Inffektanfälligkeit ist die Kombination mit einem Biologikum, insbes. TNF alfa-Blockern, z.B. Etanercept, Adalimumab, Infliximab, die daher nicht empfohlen wird.

Präparate

Orencia

Literatur
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  1. Kuek A, Hazleman BL, Ostör AJ (2007) Immune-mediated inflammatory diseases (IMIDs) and biologic therapy: a medical revolution. Postgrad Med J 83:251-260
  2. Furst DE, Breedveld FC et al. (2006) Updated consensus statement on biological agents for the treatment of rheumatic diseases, 2006. Ann Rheum Dis 65(Suppl 3): iii2-15

Verweisende Artikel (1)

Rheumatoide Arthritis (RA);
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