Vogel-Ei-Syndrom T78.1

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

bird-egg-syndrome; egg-egg-syndrome

Definition

Eher seltene Nahrungsmittelallergie auf Geflügelfleisch die beim Erwachsenen über eine inhalative Vogelexposition erfolgen kann, bei Kidern nutritiv durch eine Eiweißsensibilisierung. Wegen der Hitzelabilität der verantwortlichen Serumalbumine stehen Hautreaktionen bei Kontakt mit rohem Fleisch im Vordergrund. Allergische Symptome nach Fleichkonsum sind eher mild (z.B. leichtes orales Allergiesyndrom). Etwas häufiger sind systemische Reaktionen nach Verzehr von (halb-)rohem Eigelb.

Einteilung

Bei den Allergien gegen Gefügelfleisch können  2 Gruppen unterschieden werden:

1. Primäre (genuine) Geflügelfleischallergie: Sensibilisierung erfolgt im Magen-Darmtrakt durch hitzelabile Fleischallergene

2. Sekundäre Geflügelfleischallergie: sie ist eng mit einer Eiallergie verknüpft und  kann auch inhalativ durch Vogelexposition erfolgen.   

 

Vorkommen/Epidemiologie

Am Vogel-Ei-Syndrom erkranken in erster Linie weibliche Erwachsene. In speziellen  Patientengruppen wie Kindern mit atopischem Ekzem sind Sensibilisierungen gegen Hühnerfleisch bei etwa 20% zu finden. Diese sind jedoch mehrheitlich latent und auf Kreuzreaktionenbei gleichzeitiger Eiallergie zurückzuführen.   

Ätiopathogenese

Kreuzreaktionen zwischen Eiallergenen und anderen Allergenen des Huhnes. Klinisch entwickeln sich meist respiratorische Beschwerden (Rhinitis; Asthma) bei Kontakt mit unterschiedlichen Vögeln (Huhn, Papagei, Wellensittich u.a.) sowie Urtikaria, Angioödem, Durchfall oder Erbrechen nach Eigenuss. Verantwortlich für die allergische Reaktion sind Serumalbumine, hitzelabile, hinsichtlich ihrer Struktur stark konservierte und daher kreuzreaktive Proteine.  Die Antikörper binden an ein 70 kDa-Allergen des Eigelbs und des Muskelfleiches sowie an verschiedene Fraktionen des Vogelfeder-Extraktes (alpha-Livetin) .

Literatur
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  1. Hemmer W et al. (2016): Vogel-Ei-Syndrom und genuine Hühnerfleischallergie. Allergi J 25: 22- 
  2. Jäger L, Wüthrich B (1998) Nahrungsmittelallergien und -intoleranzen. Gustav Fischer, Ulm Stuttgart Jena Lübeck, S. 137–141
  3. Leser C et al. (2001) The "egg-egg" syndrome: occupational respiratory allergy to airborne egg proteins with consecutive ingestive egg allergy in the bakery and confectionery industry. J Investig Allergol Clin Immunol 11: 89-93
  4. Mandallaz MM, de Weck AL, Dahinden CL (1988) Bird-egg-syndrome. Cross-reactivity between bird antigens and egg-yolk livetins in IgE-mediated hypersensitivity. Int Arch Allergy Immunol 87: 143–150
  5. Nevot Falco S et al. (2003) Bird-egg syndrome in children. Allergol Immunopathol 31: 161-165
  6. Quirce S et al. (2001) Chicken serum albumin (Gal d 5*) is a partially heat-labile inhalant and food allergen implicated in the bird-egg syndrome. Allergy 56: 754-762

Weiterführende Artikel (2)

Allergiesyndrom, orales; Kreuzreaktion;

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