Urtikaria vom Typ der Serumkrankheit L50.0

Zuletzt aktualisiert am: 04.11.2016

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Definition

Urtikaria bei der Serumkrankheit ( Allergie, Typ III-Reaktion) mit Fieber, Lymphadenopathie, Arthritis, Nephritis, Angioödem.

Ätiopathogenese

Vorliegen löslicher Antigen-Antikörper-Komplexe (Typ III-Reaktion). Auslöser: Früher Injektion von Fremdseren und Immunglobulinen. Heute: Antibiotika, Sulfonamide, Antiepileptika, Röntgenkontrastmittel, Acetylsalicylsäure.

Therapie allgemein

Beseitigung des auslösenden Agens. Antihistaminika sind zumeist wirkungslos. S.a.u. Urtikaria, akute.

Interne Therapie

  • Erstexposition: Bei erster Exposition beträgt das erscheinungsfreie Intervall 5-7 Tage bis zum Auftreten erster Symptome. Glukokortikoide in mittlerer bis hoher Dosierung wie Prednisolon (z.B. Solu Decortin H) 60-100 mg/Tag oder Dexamethason (z.B. Fortecortin Tbl.) 12-16 mg/Tag. In Abhängigkeit von der Klinik langsame Dosisreduktion und Ausschleichen.
  • Wiederholte Exposition: U.U. sofortige Reaktion mit Schock und fulminantem Verlauf. Beine des Patienten hochlagern. Großlumiger i.v.-Zugang, ggf. ZVK, rasche Volumensubstitution. Adrenalin (z.B. Suprarenin) 1:1000 mit 0,9% NaCl-Lsg. 1:10 verdünnen und 10 ml aufziehen (bei Fertigspritzen ist meist keine Verdünnung notwendig). Langsame i.v.-Injektion von 0,3-0,5 ml (-1 ml), Wiederholung nach 10 Min. Ggf. Intubation wenn nötig und möglich, sonst Koniotomie oder Tracheotomie, s.a. Schock, anaphylaktischer. Glukokortikoide hoch dosiert i.v.: Prednisolon 250-500 mg i.v., ggf. auch höhere Dosierung und nach klinischem Befund auch wiederholte Gabe. Je nach klinischem Befund schrittweise Dosisreduktion und spätere Umstellung auf orales Präparat: Methylprednisolon (z.B. Urbason) oder Prednisolon.
    Der Einsatz von 10 ml Kalziumgluconat 10% i.v. ist umstritten, eine gesicherte Indikation besteht nicht.
    Wärmeentzug bei Temperatur > 39 °C: Wadenwickel, Eisbeutel in die Leisten.

Literatur
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