Urtikaria akute spontane L50.8

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

urticaria; Urticaria acuta

Definition

Nicht länger als 6 Wochen bestehende Urtikaria, die in über 90% aller Fälle 2-3 Wochen nach dem ersten Auftreten spontan abheilt. 

Vorkommen/Epidemiologie

Eine akute Urtikaria (in 50% der Fälle mit einem Angioödem kombiniert) tritt bei 20-25% der Bevölkerung 1mal im Leben auf.

Ätiopathogenese

  • Polyätiologische Genese!
  • Infekte: Ein Zusammenhang mit akuten Infekten kann häufig nachgewiesen werden und wird in den meisten Leitlinien bejaht. Am häufigsten sind Assoziationen mit viralen Infekten des oberen Respirationstraktes. Auch bakterielle Infekte (Sinusitiden, Harnwegsinfekte, gastrointestinale Infekte) können ursächlich sein. Die beste Evidenz existiert für die Infektion mit Helicobacter pylori). Nicht selten kann ein Kombinationseffekt von Infektion und Medikamenteneinnahme eintreten (v.a. Antiphlogistika, nichtsteroidale insbes. Aspirin oder Antibiotika).
  • Typ I-Allergien: Als auslösende Ursache sind Typ I-Allergien bei Erwachsenen < 1% nachweisbar; bei Kindern (häufig vorbestehendes atopisches Ekzem) ist eine IgE-vermittelte akute Urtikaria (meist Nahrungsmittelallergien) bis zu 15% nachweisbar. In diesen Fällen sind weitere Erkrankungen des atopischen Formenkreises (Rhinitis allergica, allergisches Asthma bronchiale, orales Allergiesyndrom) vorbekannt. Die ursächlichen Nahrungsmittelallergien (Bemerkung: diese Allergien sind den Pat. meist bekannt) werden durch Ei, Kuhmilch, Erdnuss, Baumnüsse, Soja, Weizen, Fisch, Schalentiere (s.u. Nahrungsmittelallergene) ausgelöst.
  • Intoleranzreaktionen (Pseudoallergie) durch Arzneimittel oder durch biogene Amine können vereinzelt als Ursache einer akuten Urtikaria nachgewiesen werden.

Klinisches Bild

Akut aufgetretene, erhabene, scharf begrenzte, palpable, solitäre oder konfluiert, juckende, weißliche bis rote Quaddeln. Die Größe der Effloreszenzen kann sehr variabel sein, von stecknadelkopfgroß bis großflächig. Überwiegend entwickeln sich Urticae innerhalb weniger Minuten nach Histaminfreisetzung. Gelegentlich ist das Orangenhautphänomen auslösbar. Die Erkrankung heilt innerhalb von längstens 6 Wochen, meist bereits innerhalb von 1-2 Wochen ab.

Als klinische Sonderform der akuten Urtikaria stellt sich das ( Histamin-induzierte) Angioödem dar, das mit akuten Schwellungen des Gesichts, v.a. der Lippen und Augenlider einhergeht.

Histologie

S.u. Urtikaria.

Therapie allgemein

Externe Therapie

Interne Therapie

Literatur
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