Symmetrical drug related intertriginous and flexural exanthema L24.4; L25.1

Zuletzt aktualisiert am: 29.05.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Baboon-Syndrom; SDRIFE

Erstbeschreiber

Andersen et al., 1984

Definition

Klinisch-morphologisch beschreibende Bezeichnung für eine akute oder chronische Dermatitis unterschiedlicher Ätiologie der Gesäß- und Leistenregion, die früher, da sie an ein gerötetes "Affengesäß" erinnerte als Baboon- ( = Pavian) bezeichnet wurde. Die neuerlich übliche Bezeichnung "SDRIFE" berücksichtigt, dass auch systemisch verabfolgte Medikamente ohne vorherige Sensibilisierung eine Beugen-betonte Hautreaktion hervorrufen kann. Die Erkrankung ist unabhängig von ihrer Nomenklatur als eigenständige Entität umstritten.

Ätiopathogenese

Ursprünglich wurde das "Baboon-Syndrom" als ausgedehnte, am Gesäß lokalisierte fixe Arzneimittelreaktionen sowie kontaktallergische Ekzeme mit Streureaktion und hämatogene Kontaktekzeme. Das Syndrom wurde auch im Zusammenhang mit Perubalsam und Nahrungsmittelallergenen beobachtet. Dieser polyätiologische Erklärungsansatz für ein definierte Entität ist wenig glaubhaft. Mit SDRIFE erfolgt eine Einengung auf eine Medikamenten-allergische oder -toxische Auslösung der klinischen Symptomatik. Diskutiert wird eine T-Zell- vermittelte Hypersensitivtätsreaktion.   

Lokalisation

Gesäß, Genitalien, Leistenregion, Axillarregion  

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Therapie

Hinweis(e)

Einige Autoren halten die Bezeichnung "Baboon-Syndrom" inzwischen für obsolet. Mit dem Akronym "SDRIFE " =  symmetrical drug related intertriginous and flexural exanthema wurde eine präzisere Beschreibung dieser fraglichen Entität versucht:

  • S= symmetrical -symmetrische Anordnung der Hauterscheinungen
  • DR= drug related s. u. Ätiopathogenese)
  • I=  intertriginous (gluteal, perianal, V-förmig inguinal/Oberschenkel)
  • F= flexural (Beteiligung mindetesn eiener weiteren Beugen-Region) 
  • E= exanthema (oft tiefrote flächige Erytheme oder Paques) 

Literatur
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  1. Andersen KE, Hjorth N, Menne T (1984) The baboon syndrome: systemically-induced allergic contact dermatitis. Contact Dermatitis 10: 97-100
  2. Blackmur JP et al. (2013) Baboon syndrome: an unusual complication arising from antibiotic treatment of tonsillitis and review of the literature. BMJ Case Rep doi: 10.1136/bcr-2013-201977.

  3. Erdmann SM et al. (2010) Hämatogenes Kontaktekzem durch Nahrungsmittel. Allergo J 19: 264-271

  4. Harde V et al. (2011) Baboon-Syndrom bei Typ IV-Sensibilisierung auf Triamcinolonacetonid. Abstract-CD 46. DDG-Tagung: P02/17
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    flexural exanthema).J Dtsch Dermatol Ges 15:657-659.
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  10. Weiss JM et al. (2001) Reproducible drug exanthema to terbinafine with characteristic distribution of baboon syndrome. Hautarzt 52: 1104-1106
  11. Ziemer M (2014) Kutane Arzneimittelreaktionen vom Spättyp. Pathogenese, Klinik und Histologie. Hautarzt 65: 397-408 

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