Sulfitallergie T78.1

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Sulfitallergie

Definition

Typ IV- oder IgE-vermittelte Reaktion auf Schwefeldioxid, dessen wässrige Lösung, schweflige Säure bzw. abgeleitete Salze (= Sulfit, E-Nummern 220-224 und 226-228). Sulfite dienen der Konservierung von Nahrungsmitteln. Deklarationspflicht besteht erst ab 50 mg/kg, bei Wein ab 400 mg/l (s. a. Weinallergie).  

Ihr Einsatz in Nahrungsmitteln wird in Europa durch die EU-Richtlinie No. 95/2/EC geregelt, in Kosmetikprodukten durch die EU-Verordnung 123/209.

Eine Verwendung in Arzneimitteln wird in den Monographien des Europäischen Arzneibuches (Ph.Eur.8.0) geregelt. Die maxiale Arbeitsplatzkonzentration (MAK-Wert)  für SO2 beträgt 1,0 ml/m³ (ppm).       

Vorkommen/Epidemiologie

In größeren Kollektiven (n =12.156 Patienten) mit V.a. Kontaktallergien wurde eine Sensibilisierungsrate von 2,94% gefunden. In anderen   Epikutantestkollektiven fanden sich auf Sulfite positive Testreaktionen zwischen 1,1% und 4,5%.  Bei der Herkunft der Kontaktstoffkategorien waren äußerliche Medikamente, Kosmetika, Lichtschutzpräparate, Konservierungsmittel, Desinfektionsmittel in dieser Reihenfolge relevant.

Eine berufsdermatologische Zuordnung (etwa 10% der Sensibilisierten) konnte u.a. zu folgenden Berufen hergestellt werden:  Nahrungsmittelindustrie, Getränke-, Leder - und Textilindustrie, Holz-und Papierindustrie Gummiindustrie u.a.       

Ätiopathogenese

Die Bedeutung von Sulfiten als Kontaktallergene wurde in der Vergangenheit kontrovers bewertet. Häufig wurden positive Testreaktionen als irritativ bewertet; Sulfiftallergien wurden generell als Sulfit-Überempfindlikchkeiten bewertet. Neuere Untersuchungsergebnisse scheinen diese Auffassung nicht zu bestätigen. Von Seiten der "German Contact Dermatitis Research Group" wird Natriummetabisulfit 1% in  Vaseline als geeigneste Epikutanttestsubstanz angesehen (Bemerkung: diese Substanz ist in der Ophthalmika-Testreihe der Deutschen Kontaktallergie-Gruppe enthalten).    

Therapie

Meiden der auslösenden Substanz. Stadienabhängige Behandlung bei systemischen Reaktionen wie beim anaphylaktischen Schock. S.a.u. Nahrungsmittelunverträglichkeit.

Literatur
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  1. García-Gavín J et al. (2012) Allergic contact dermatitis caused by sodium metabisulfite: a challenging allergen: a case series and literature review. Contact Dermatitis 67:260-269.
  2. Häberle M et al.(2016) Contact allergy to sulfites: clinical and occupational relevance - new data from the German Contact Dermatitis Research Group and the Information Network of Departments of Dermatology (IVDK). J Dtsch Dermatol Ges 14:938-941.
  3. Przybilla B et al. (1987) Sulfit-Überempfindlichkeit. Hautarzt 38: 445–448
  4. Sergeant P et al. (2003) Food safety of allergic patients in hospitals: implementation of a quality strategy to ensure correct management. Allerg Immunol 35: 120-123

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