Silber

Zuletzt aktualisiert am: 15.09.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

Alle Autoren

Definition

Silber ist ein inertes, grau-glänzendes Edelmetall, das die Europäische Zulassungsnummer E 174 trägt und als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen ist. Silber kann als färbendes Element bestimmten Lebensmitteln (z.B. zur Verzierung von Pralinen) und kosmetischen Produkten (C.I. 77820 INCI) zugesetzt werden, und verleiht dem Produkt einen grau-glänzenden Farbton.  Auf Grund des hohen Preises werden Silberpigmente in Lebensmitteln allerdings nur selten verwendet. Für die Verwendung als Lebensmittelfarbstoff gibt es keinen Grenzwert.

Allgemeine Information

 

Silber wird auch zur Entkeimung von Trinkwasser eingesetzt. Hierbei beträgt die zulässige Silberhöchstkonzentration 0,080 mg/l (WHO-Grenzwert beträgt 0,1 mg/l).

Im Nanosilber liegen die Silberpartikel in einer mittleren Größe von etwa 50 nm vor. Allerdings ist bei Nanoteilchen (< 100 nm) das Wissen über ihren Verbleib und Abbau im Körper noch gering (Frage der Penetration durch die Haut).  Die EU  sieht eine Deklarationspflicht für Nanopartikel in Kosmetika vor.

Im Mikrosilber liegen die Silberpartikel in einer mittleren Größe von etwa 10 µm vor. Bei dieser Teilchengöße ist eine Hautpenetration auszuschließen. Mikrosilber wird in unterschiedlichen topischen Darreichungsformen angeboten so z.B. in Cremes und aufgeschäumten Cremes in Lotionen und Gelen. Die Konzentrationen liegen bei 0,05 bis 0,5%. Die Mikrosilberexterna werden zur supportiven Behandlung entzündlicher Hauterkrankungen (z.B. atopisches Ekzem) propagiert. 

Mit Silber beschichtete Textilien werden erfolgreich zur supportiven Therapie des atopischen Ekzems eingesetzt.

Kolloidales Silber:  In der Alternativmedizin wird oral appliziertes kolloidales Silber (Partikelgrößen zwischen 1 nm und 100 nm) als Mittel bei einer Vielzahl von Erkrankungen (antiviral, antibakteriell oder antiparasitär) propagiert. Allerdings fehlen dafür einerserseits die rechtlichen Voraussetzungen sowie auch belastbare klinische Studien. Kolloidales Silber ist in Deutschland nach den Bestimmungen des Arzneimittelgesetzes ein Arzneimittel. Es darf somit nicht als Nahrungsergänzungsmittel angeboten werden. Bemerkung: Das einzige in Deutschland erhältliche und zugelassene Fertigarzneimittel, welches kolloidales Silber (250 mg Ag / 100 g) enthält, ist Gastrarctin N® ein Magen-Darm Antiseptikum. 

Komplikation

Bei längerfristiger oraler Einnahme von Silber-haltigen Verbindungen können Nebenwirkungen wie Argyrie (Argyrose), eine irreversible schiefergraue Verfärbung von Haut und Schleimhäuten durch Einlagerung von Silbersalzen auf. Weiterhin können Geschmacks- und Geruchsstörungen sowie zerebrale Krampfanfälle auftreten. 

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Butzmann CM et al. (2015) Silver man" argyria of the skin after ingestion of a colloidal silver solution. J Dtsch Dermatol Ges 13:1030-1032.
  2. Franco-Molina MA et al. (2010) Antitumor activity of colloidal silver on MCF-7 human breast cancer cells. J Exp Clin Cancer Res 29:148.https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21080962
  3. Goggin R et al. (2014) Colloidal silver: a novel treatment for Staphylococcus aureus biofilms? Int Forum Allergy Rhinol 4:171-175. 
  4. Griffith RD et al.m(2015) Colloidal Silver: Dangerous and Readily Available. JAMA Dermatol 151:667-668.
  5. Oyanedel-Craver VA et al.,(2008) Sustainable colloidal-silver-impregnated ceramic filter for point-of-use water treatment. Environ Sci Technol 42:927-933. 

Verweisende Artikel (1)

Lebensmittelzusatzstoffe (Übersicht);
Abschnitt hinzufügen

Autoren

Zuletzt aktualisiert am: 15.09.2017