Pruritus nach HAES-Infusionen L29.8

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Pruritus nach Hydroxyäthylstärke-Infusionen

Definition

Schwerer und stetiger Pruritus, der 6-8 Wochen nach der Infusionstherapie mit Hydroxyäthylstärke beginnt. Dauer: bis zu 2 Jahre. Die Stärke des Juckreizes ist abhängig von der Dosis der applizierten Hydroxyäthylstärke. Meist fehlt ein Hautbefund.

Vorkommen/Epidemiologie

Bei bis zu 40% der Patienten, bes. bei atopischer Diathese.

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Ätiopathogenese

Unklar, diskutiert wird eine längerfristige Speicherung von HAES im Retikuloendothelialen System.

Externe Therapie

Kausale Therapien sind nicht bekannt. Die externen Therapieansätze sind i.A. nicht sehr erfolgreich. Kühlende wasserhaltige Salben, Schüttelmixturen, Cremes oder auch Gele mit Zusätzen von Menthol (Menthol-Creme 5%)  und Polidocanol ( R200 , R197 , Optiderm) sind in der Lage den Juckreiz leicht zu mindern. Auch kaltes Abduschen vermag den Juckreiz zeitweise zu reduzieren. Auch über die Wirksamkeit von Nicotinsäure-haltigen Cremes (z.B. Nicodan N oder als Rezeptur (Propylnicotinat-Salbe 0,1%) wurde berichtet.

Interne Therapie

Kein Ansprechen auf Glukokortikoide und die meisten Antihistaminika! Erfolge mit Hydroxyzin (Atarax) 3mal/Tag 25 mg, Paracetamol 1-2 g/Tag in 3-4 ED, Naltrexon (Nemexin) 50 mg/Tag p.o. sind beschrieben.

Literatur
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  1. Bork,K (2005) Pruritus precipitated by hydroxyethyl starch: a review. Br J Dermatol 152: 3-12
  2. Hermann J et al. (1990) Diagnose und Therapie des persistierenden Pruritus nach Infusion von Hydroxyäthylstärke (HÄS). Akt Dermatol 16: 166-167
  3. Murphy M et al. (2001) The incidence of hydroxyethyl starch-associated pruritus. Br J Dermatol 144: 973-976

Disclaimer

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