Prostacycline

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

bicyclische Prostaglandine; PGI; PGX (Akronym für Prostaglandin X); Prostacycline; Prostazyklin; Prostazykline

Definition

Die Bezeichnug "Prostacycline (PGI) " steht für eine Sammelbezeichnung von bizyklischen Prostaglandinen.

PGI2 ist der wirksamste Thrombozytenaggregationshemmer. PGI2 ist ein Antagonist der Thromboxane, somit ein Hemmstoff der Gerinnung, der vom Endothel gebildet wird. Dessen Bildung wird durch Thrombin und Noradrenalin stimuliert. Prostacycline hemmen die Adhäsion und Aggregation der Thrombozyten. Sie wirken vasodilatorisch.

Allgemeine Information

Das Endothel erweist sich als hoch komplexes Organ, das neben seiner aggregatorischen und antiaggregatorischen Funktion auch eine wesentliche Rolle bei der Wundheilung spielt , indem es u.a. durch Ausschüttung von Zytokinen, z.B. den "Stroma-cell-derived factor-1", Vorstufen von Leukozyten aus dem Blut rekrutiert, die zur Heilung von verletzten Gefäßen beitragen.

Eng verflochten mit dem Gerinnungssystem sind die Entzündungsvorgänge und die Immunantwort. Diese Verflechtung zeigt sich in Form von Störungen des Gerinnungssystems bei schweren Infarkten, wie z.B. bei der Verbrauchskoagulation, der Sepsis, bei Polytrauma oder bei der Pankreatitis. Insbesondere beteiligt ist das Endothel eines der Organe, an dem sich Entzündungsvorgänge sehr frühzeitig manifestieren, da sich bei Entzündungen Leukozyten in die Gefäße und das umgebene Gewebe einlagern. Sie wurden zuvor mit Hilfe von Selektinen und durch Vermittlung von besonderen Adhäsionsmolekülen (ICAM) an das Endothel gebunden. Durch Sekretion von Proteasen aus den Leukozyten werden die Endothelien bei diesem Anhäsionsvorgang aktiv  zerstört, wobei die Leukozyten dann weiter in das umgebene Gewebe wandern können.

Derartige Entzündungsvorgänge und die komplexen Zytokinaktivierungen spielen eine entscheidende Rolle für die Entstehung der Arteriosklerose und ihrer Folgeerkrankungen, wobei eine große Zahl von Zytokinen und sonstigen Mediatoren bereits identifiziert worden sind.
 

So spilet das Lipoprotein A spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Arteriosklerose. Unter weiteren Funktionen, die das Lipoprotein ausübt, sind für die Gerinnung folgende Effekte von Bedeutung:

  • Steigerung der PAI-1-Expression im Endothel

  • Hemmung der Plasmaaktivität durch Inhibierung der t-PA-Synthese

  • Inhibierung der Bildung von Plasmin an der Endotheloberfläche

  • Aktivierung des beta-transforming growth factor und damit weitere Hemmung der Fibrinolyse sowie

  • Beschleunigung des Wachstums von glatten Gefäßmuskelzellen

Damit wird die Fibrinolyse, die den Gerinnungsvorgang antagonisiert, in ihrem Ablauf gehemmt.

Literatur
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  1. HA Neumann (2014) Das Gerinnungssystem. ABW-Wissenschaftsverlag GmbH Berlin

Weiterführende Artikel (3)

Endothel; Prostaglandine; Thrombin;
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