Primeldermatitis L23.7

Zuletzt aktualisiert am: 11.02.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Primelkrankheit

Definition

Akutes allergisches Kontaktekzem durch Primelkontakt vor allem im Gesicht, an den Händen, aber auch am gesamten Integument und sogar an der Mundschleimhaut möglich.

Vorkommen/Epidemiologie

Bevorzugt sind Frauen betroffen. Über eine beruflich verursachte Primelallergie bei Floristen und Gärtnern wird noch in Einzelfällen berichtet.

Die Sensibilisierungsraten lagen in versch. Kollektiven bei routinemäßiger Testung von Primin zwischen 0,3  - 1,0% . In einer dänischen Studie aus den Jahren 1984 bis 1989 lag die Sensbilisierungsrate Bei 1,8 % (57 von 3075).

In einem größeren (italienischen) Kollektiv an Patienten mit potenzieller Kontaktsensibilisierung (n=24.000) konnten Bongiorni L et al. (2015) ein Primin-Synsibilisierung von 1,9% nachweisen, wobei Frauen mit 2,6% häufiger sensibilisiert werden als Männer (0,5%). In bestimmten Gegenden Italiens (Pordonne) wurden noch höhere Sebisbilisierungsraten (bis 6%) nachgewiesen.

Kreuzreaktionen mit strukturähnlichen Chinonen, die in anderen Pflanzen oder Holzarten vorkommen, z.B. Dalbergia-Arten, Teak (Tectona grandis) oder Pao ferro (Macherium skleroxylon) sind möglich, werden jedoch eher selten beobachtet. 

Ätiopathogenese

Primin ist eines der stärksten bekannten Allergene. Es wurde deshalb früher auch beim Menschen häufig als Modellsubstanz zum Studium allergischer Reaktionen eingesetzt. Die Sensibilisierung erfolgt durch Kontakt mit dem Drüsenhaarsekret von Primula obonica (Giftprimel, Becherprimel). Die allergene Wirkung ist abhängig vom Gehalt an Primin. 

Bemerkung: Die arzneilich verwendeten Primula-Arten enthalten fast kein Primin (s. u. Schlüsselblume =  Primula veris). 

Therapie

Meiden des Allergens (Primeln aus der Wohnung entfernen), stadiengerechte Behandlung des Ekzems, entsprechend dem allergischen Kontaktekzem.

Hinweis(e)

Die Epikutantestung wird mit synthetischem Primin in Vaseline in einer Konzentration von 0,01 % empfohlen. 

Literatur
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  1. Bongiorni L et al. (2015)  Primin sensitization in north-eastern Italy: a temporal trend from 1996 to 2012.  Contact Dermatitis 73:108-112.
  2. Hervella-Garcés M et al. (2016) en representación del Grupo Español de Investigación en Dermatitis de Contacto y Alergia Cutánea (GEIDAC).The Spanish standard patch test series: 2016 update by the Spanish Contact Dermatitis and Skin Allergy Research Group (GEIDAC). Actas Dermosifiliogr 107:559-566.
  3. Zachariae C et al. (2007)  Primin in the European standard patch test series for 20 years. Contact Dermatitis 56:344-346 

Disclaimer

Bitte fragen Sie Ihren betreuenden Arzt, um eine endgültige und belastbare Diagnose zu erhalten. Diese Webseite kann Ihnen nur einen Anhaltspunkt liefern.

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