N-Isopropyl-N?-phenyl-p-phenylendiamin

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

IPPD

Allgemeine Information

Bewertung von N-Isopropyl-N'-phenyl-p-phenylendiamin hinsichtlich der Auswirkung einer Allergie auf die Minderung der Erwerbsfähigkeit:
  • N-Isopropyl-N'-phenyl-p-phenylendiamin (IPPD) gehört zu den Gummizusatzstoffen und wird als Antioxidations- und Antiozonmittel bei statisch und dynamisch hoch beanspruchten Vulkanisationsprodukten von Natur- oder Synthesekautschuk, überwiegend im industriellen Bereich, verwendet. Das Alterungs- bzw. Verwitterungsschutzmittel konzentriert sich vor allem an der Außenseite des Gummiproduktes und verhindert den oxidativen Abbau der dem Kautschuk zugesetzten Verbindungen, d.h. eine Rissbildung im Gummi. Zudem verleiht IPPD dem Gummiprodukt einen grauen bzw. schwärzlichen Farbton (Schwarzgummi).
  • IPPD 0,1% V dient in der DKG-Standard- und Gummireihe als Nachweissubstanz einer Allergie auf Schwarzgummiprodukte.
  • Relevante berufliche Expositionen: Bei Gummiherstellern und -verarbeitern sowie bei Vulkaniseuren. IPPD kann zusätzlich in persönlichen Gebrauchsgegenständen vorkommen (Taucheranzüge, Tauchermasken und -brillen, Schutzanzüge und -brillen, Atemschutzmasken, Handschuhe, Stiefel, Squashbälle, Motorradgriffe, Uhrarmbänder, Brillenketten, Augenwimpernformer), wobei hier das Kontaktallergen meistens austauschbar ist.
  • Für eine Sensibilisierung ist laut Literatur bereits eine IPPD-Konzentration von 0,01% ausreichend. Häufig liegen die verarbeiteten IPPD-Konzentrationen von Gummiprodukten deutlich höher, bis zu 1,5%. Die Sensibilisierungshäufigkeit auf IPPD liegt bei ca. 1%. Von den Sensibilisierungen lassen sich erfahrungsgemäß ca. 50% auf eine beruflich bedingte Exposition zurückführen.

    Merke! Eine positive Epikutanreaktion sollte daher zunächst an eine berufliche Exposition denken lassen.

  • Auswirkung einer Allergie: In der Regel "geringgradig", "mittelgradig" bei Kreuzreaktionen zwischen IPPD und anderen in Parastellung substituierten Aromaten. Letztere begründet sich dann mit dem höheren Sensibilisierungsumfang.
  • Merke! Verschlossen sind Tätigkeiten in der Gummiherstellung, der Vulkanisation, der Reifenherstellung und Tätigkeiten im Kraftfahrzeughandwerk.

Literatur
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  1. Diepgen TL et al. (2005) Evidenzbasierte Beurteilung der Auswirkung von Typ-IV-Allergien bei der Minderung der Erwerbsfähigkeit - Begutachtung berufsbedingter Hautkrankheiten. Hautarzt 56: 207-223
  2. Diepgen TL et al. (2008) Beurteilung der Auswirkung von Allergien bei der Minderung der Erwerbsfähigkeit im Rahmen der BK 5101: Thiurame, Mercaptobenzothiazole, Dithiocarbamate, N-Isopropyl-N´-phenyl-p-phenylendiamin. Dermatologie in Beruf und Umwelt 56: 11-24

Verweisende Artikel (1)

Gummiallergie;

Weiterführende Artikel (1)

MdE;
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