Mercaptobenzothiazole

Synonym(e)

Gummihilfsstoff; Gummihilfsstoffe; MBT

Allgemeine Information

Bewertung der Mercaptobenzothiazole hinsichtlich der Auswirkung einer Allergie auf die Minderung der Erwerbsfähigkeit:

  • Mercaptobenzothiazol und dessen Derivate werden als Einheit betrachtet, da eine entsprechende Allergie sich in der Regel auf die Gesamtgruppe erstreckt. Sie finden Anwendung als Vulkanisationsbeschleuniger, als Korrosionsschutzmittel, als Flotationsmittel und als Fungizid. Als mögliche Allergenquellen sind in Betracht zu ziehen: synthetische Gummiprodukte, Kleber, Gefrierschutzmittel, Kühlschmiermittel, Fungizide, Bakterizide, Farben und fotografische Filme.
  • Die Inzidenz positiver Testergebnisse liegt bei ca. 1-2%.
  • Wichtige Allergenquellen: Schutzhandschuhe, synthetische Gummisohlen.
  • In der Epikutantestung getestet werden Mercapto-Mix und Mercaptobenzothiazol, da der Mercapto-Mix-Test 30% der Fälle mit MBT-Allergien nicht aufdeckt. Andererseits reagieren 12% der Fälle gegen Mercapto-Mix, die gegen MBT negative Reaktionen gezeigt hatten. Der Anteil falsch-negativer Ergebnisse bei der alleinigen Testung von MBT oder Mercapto-Mix liegt bei ca. 30-40%. Daher erhöht die Kombination beider Testsubstanzen die Treffsicherheit auf 70-80%.
  • Relevante berufliche Expositionen: Lederverarbeiter, Bauberufe, Gesundheitsdienst. Nicht meidbar ist die Exposition in der Schuh- und der Gummi-Industrie, besonders bei der Herstellung und dem Umgang mit Reifen und Gummi-Formartikeln. Arbeitsplätze in diesen Bereichen sind als verschlossen zu betrachten.
  • Auswirkung einer Allergie: In der Regel "geringgradig", bei einer hochgradigen Sensibilisierung kann eine "mittelgradige" Auswirkung angenommen werden, sollte aber eigens begründet werden.

Hinweis(e)

Die Deutsche Kontaktallergie-Gruppe hat bisher Mercaptobenzothiazol  2% in Vasliene getestet. Dies entspricht den Empfehlungen der ESCD (European Society of Contact Dermatitis). MBT 2% in Vaseline sit in Deutschland als Testzubereitung nicht mehr erhältlich. Insfern empfiehlt die DKG nunmehr eine 1% Applikationsform.

Literatur

  1. Diepgen TL et al. (2005) Evidenzbasierte Beurteilung der Auswirkung von Typ-IV-Allergien bei der Minderung der Erwerbsfähigkeit - Begutachtung berufsbedingter Hautkrankheiten. Hautarzt 56: 207-223
  2. Diepgen TL, Dickel H, Becker D, John SM, Geier J, Mahler V, Rogosky E, Schmidt A, Skudlik C, Wagner E, Weisshaar E, für die Arbeitsgruppe "Bewertung der Allergene bei BK 5101" der Arbeitsgemeinschaft für Berufs- und Umweltdermatologie in der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (2008) Beurteilung der Auswirkung von Allergien bei der Minderung der Erwerbsfähigkeit im Rahmen der BK 5101: Thiurame, Mercaptobenzothiazole, Dithiocarbamate, N-Isopropyl-N'-phenyl-p-phenylendiamin. [Evaluation of the effects of allergies on the reduction in earning capacity in the context of BK 5101: thiurams, mercaptobenzothiazoles, dithiocarbamates, N-isopropyl-N'-phenyl-p-phenylenediamine]. Dermatol Beruf Umwelt 56: 11-24
  3. Geier J et al. (2016) Aktuelles zu den Epikutantestreihen der Deutschen Kontaktallergie-Gruppe. Dermatologie in Beruf und Umwelt 64: 70-75

Weiterführende Artikel (2)

DKG; MdE;
Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017