Kontakturtikaria L50.60

Synonym(e)

Urtikaria Kontakturtikaria

Definition

Am Expositionsort lokalisierte, selten darüberhinausgehende, u.U. generalisierte urtikarielle Reaktion nach Kontakt mit einem Agens. Es werden eine allergische und nicht-allergische Form unterschieden. Der pathogenetische Mechanismus nicht-allergischer Formen verläuft über Histaminliberatoren, vasoaktive Peptide oder Amine bzw. ist teilweise noch unbekannt.

Ätiopathogenese

  • Allergisch wirkende Stoffe: Tierische- oder pflanzliche Stoffe, Nahrungsmittel, Kosmetika, gewerbliche Stoffe.
  • Nicht-allergisch (toxisch) wirkende Stoffe: Pflanzliche Auslöser (s. Tab.), Raupengift (bes. Gift der Prozessionsraupe), Quallen, Seeanemonen, Insektengifte (Stich- und Bissreaktionen). Histamin-liberierende Stoffe die in Externa vorkommen können wie: Koffein, Bacitracin, Polymyxin u.a.
  • Pflanzliche Auslöser einer Kontakturtikaria:
    • Früchte: Apfel, Apfelsine, Aprikose, Banane, Birne, Feige, Grapefruit, Pflaume, Pfirsich, Zitrone
    • Gemüse: Blumenkohl, Endivie, Gurke, Kartoffel, Kohl, Kopfsalat, Karotte, Mais, Sellerie, Zwiebel
    • Gewürze: Chillipfeffer, Dill, Koblauch, Petersilie, Zichorie
    • Sonstige: Brennessel (s.u. Brennessel-Urtikaria), Chrysantheme, Distel, Juckbohne, Rhizinusöl, Gartentulpe.

Lokalisation

Im Allgemeinen frei getragene Hautpartien.

Klinisches Bild

  • Das klinische Erscheinungsbild reicht von einer lokalisierten Reaktion (insbes. bei der allergischen Form) bis hin zur Ausbildung eines anaphylaktischen Schocks. Typisch sind akute, scharf begrenzte, juckende oder brennende, "Kontaktprints" durch die auslösenden Substanzen oder den auslösenden Mechanismus (z.B. Kälteexposition). Hieraus resultieren häufig bizarre, "unorganische" Muster auf der Haut. Diese exogenen Kontaktmuster sind leicht erkennbar und somit in vielen Fällen diagnostisch.
  • Klinische Schweregrade:
    • Grad 1: Lokalisierte, auf den Expositionsort begrenzte Urtikaria (Juckreiz, Rötung, Quaddeln).
    • Grad 2: zusätzlich generalisierte Urtikaria
    • Grad 3: zusätzlich Rhinokonjunktivitis, Bronchospasmus, Beschwerden in Oropharynx und Gastrointenstinaltrakt
    • Grad 4: zusätzlich anaphylaktischer Schock.

Therapie

Externe Therapie

Interne Therapie

Tabellen

Auswahl möglicher Auslöser einer Kontakturtikaria

Nahrungsmittel/Pflanzen/pflanzliche Inhaltsstoffe

Medikamente/Externa

Industriestoffe/Metalle

Tierische Stoffe

Textilien

Algen

Alkohol

Äpfel

Eier

Endivien

Fisch,

Flechten

Gelatine

Gewürze

Gurken

Huhn

Hummer

Kartoffeln

Kartoffeln

Käse

Knoblauch

Lamm

Latex

Lauch

Meerrettich

Melone

Milcheiweiß

Möhren

Parfums

Petersilie

Pollen

Reis

Schnittlauch

Tomaten

Truthahn

Weizenmehl

Zitronen

Zwiebeln

Aminophenazon

Aspirin

Bacitracin

Benzoephenone

Cetylstearylalkohol

Chephalosporine

Chlorpromazin

Diäthyltoluamid

Gentamicin

Lebertran

Mechlorethanhydrochlorid

Menthol

Monoamylamin

Neomycin

Östrogencremes

Penicillin G

Polyäthylenglykol

Polysorbat 60

Promethazin

Streptomycin

Tetanus-Antitoxin

Akrylatmonomere

Aliphytische Polyamide

Aminothiazol

Ammoniak

Chromverbindungen

Enzyme (Amylase, Cellulase, Xylamase)

Formaldehyd

Iridiumverbindungen

Lindan

Natriumsulfit

Nickel

Phenylquecksilberpropionat

Phthalsäureanhydride

Platinverbindungen

Rhizinusbohnen

Schwefeldioxid

Terpinylacetat

Haare

Insektengifte

Kasein

Küchenschaben

Plazenta

Schuppen

Seminalplasma (human) Mehlwürmer

Serum

Speichel

Perlon

Seide

Wolle

Disclaimer

Bitte fragen Sie Ihren betreuenden Arzt, um eine endgültige und belastbare Diagnose zu erhalten. Diese Webseite kann Ihnen nur einen Anhaltspunkt liefern.

Zuletzt aktualisiert am: 04.11.2016