Kobaltsalze

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

6H2O; Kobalt; Kobaltallergen; Kobaltallergie; Kobaltchlorid; Kobalt(II)-chlorid; Kobaltsalz

Allgemeine Information

Bewertung der Kobaltsalze hinsichtlich der Auswirkung einer Allergie auf die Minderung der Erwerbsfähigkeit:
  • Kobalt wird in Legierungen, z.B. für Edelstahl, Magnete, Maschinenbauteile und für Hart- bzw. Sintermetalle, sowie zusammen mit Wolframcarbid für Schneidplatten eingesetzt.
  • Relevante berufliche Expositionen: In der Metallindustrie durch direkten Kontakt zu kobalthaltigen Metallen und Metallstäuben oder gebrauchten Schneidölen oder Schmier- und Kühlschmierstoffen, wenn Edelstahl bearbeitet wird oder Schneidplatten aus Hartmetall verwendet werden. Kobaltsalze finden sich als Bestandteile von meist blauen oder grünen Färbezusätzen in der Glas-, Porzellan-, Emaille- oder Keramikindustrie. Kobaltnaphthenat oder andere Kobaltsalze organischer Säuren finden sich als Sikkative in Farben oder als Trockenstoffe (Beschleuniger) bei der Härtung von Kunstharzen Verwendung. Zement, der Spuren von Kobalt enthält, kann besonders bei Maurern mit einem Chromat-Ekzem zu einer Kobaltallergie führen.
  • Auswirkung einer Allergie: Gleichzeitige allergische Reaktionen auf Kobalt und andere Metalle sind häufig Ausdruck einer parallel erworbenen Sensibilisierung infolge Expositionskopplung. In diesen Fällen führt die Kobaltallergie nicht zu einer Erhöhung der Auswirkungen der berufsbedingten Kontaktallergie, da Allergien gegen Nickel und/oder Dichromat bedeutend stärkere Auswirkungen haben und sich die verschlossenen Berufsfelder weitgehend überlappen. Eine isolierte Kobaltallergie, also eine Kontaktallergie gegen Kobalt ohne gleichzeitige Sensibilisierung gegen Nickel und/oder Dichromat hat nur "geringgradige" Auswirkungen auf die Erwerbsfähigkeit, da nur wenige Tätigkeiten verschlossen sind, nämlich die Tätigkeit des Porzellanmalers, die Hartmetallherstellung und -bearbeitung, einige Bereiche der Kunststoffherstellung und Arbeiten mit Kontakt zu Kühlschmierstoffen, wenn dabei die beschriebenen Bedingungen einer Kobaltexposition vorliegen. Bei ausgeprägter Sensibilisierung kann auch der Umgang mit Zement verschlossen sein.

Literatur
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  1. Diepgen TL et al. (2005) Evidenzbasierte Beurteilung der Auswirkung von Typ-IV-Allergien bei der Minderung der Erwerbsfähigkeit - Begutachtung berufsbedingter Hautkrankheiten. Hautarzt 56: 207-223

Weiterführende Artikel (2)

Kaliumdichromat; MdE;
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