Intoleranzreaktion K90.4; T88.7

Zuletzt aktualisiert am: 10.01.2020

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Pseudoallergie; Pseudo-Allergie; Pseudoallergische Reaktion; Reaktion pseudoallergische

Definition

Akut oder chronisch verlaufende, nicht-immunologische, dosisabhängige, eine allergische Reaktion imitierende, biologische Reaktionsform, die bei auslösenden Medikamenten keinen Bezug zur pharmakologischen Toxizität hat. Auch enzymatisch ausgelöste Reaktionen wie dieLaktoseintolerenz oder das durch ACE-Hemmer induzierte Angioödem sind als Intoleranzreaktionen anzusprechen.  

Häufig ausgelöst durch Arzneimittel, z.B. Salicylate ( Urtikaria, Intoleranzurtikaria), Nahrungsmittelkonservierungsstoffe und -farbstoffe oder biogene Amine (s.a. unter immunologische Arzneimittelreaktionen).

Ätiopathogenese

Mechanismen und Ursachen von Intoleranzreaktionen:

  • Mediatorfreisetzung aus Mastzellen: Tartrazin (?), Antibiotika, Muskelrelaxantien, Opioide.
  • Beeinflussung des Arachidonsäure-Metabolismus: Röntgenkontrastmittel, Analgetika (z.B. Salizylate), Antiphlogistika, Nahrungsmittelfarbstoffe (?), Benzoate(?), Parabene (?).
  • Komplementaktivierung: Immunglobulinaggregate, Röntgenkontrastmittel, Protamin.
  • Kinin-Aktivierung: Lokalanästhetika, ACE-Hemmer.
  • Lymphozytenaktivierung: Ampicillin, Hydantoin.
  • Freisetzung v. Neurotransmittern: Erythrosin, Glutamat.
  • Erregung vegetativer Rezeptoren: Sulfite, Glutamat, Lokalanästhetika
  • Aktivierung des MRGPRX2-Rezeptors (spielt eine Rolle bei der Intoleranzreaktion gegenüber Ciprofloxacin)

Klinisches Bild

Möglich sind u.a. chronische Urtikaria, anaphylaktischer Schock, Angioödeme, Beschwerden des Magen-Darm-Traktes sowie Symptome des Respirationstraktes von Rhinitis bishin zum Asthmaanfall.

Literatur
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  1. Ring J et al. (2018) Soforttyp-Allergie: Rhinokonjunktivitis, Asthma bronchiale, Anaphylaxie. In: Braun-Falco`s Dermatologie, Venerologie Allergologie G. Plewig et al. (Hrsg) Springer Verlag S 454

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