Histamin

Zuletzt aktualisiert am: 04.11.2016

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Definition

Ubiquitär vorkommendes biogenes Amin, das als Gewebshormon bei vielen physiologischen und pathophysiologischen Prozessen im menschlichen Körper eine Rolle spielt.

Allgemeine Information

  • Histamin ist wichtiger Mediator bei Entzündungsreaktionen (s.a.u. Allergie; s.a.u. Tryptase). DIe Synthese beginnt im Organismus mit durch Decarboxylierung aus der Aminosäure Histidin. Nachfolgend Katalysation der Umwandlung durch das Enzym Histidindecarboxylase, anschließende Metabolisierung durch die N-Methyltransferase zu N-Methylhistamin oder Umwandlung in Imidazolessigsäure durch die Diaminooxidase (DAO).
  • Speicherung in Mastzellen, basophilen Granulozyten und Nervenzellen.
  • Wichtige Regulatorfunktion im Gastrointestinaltrakt (Magensäureproduktion, gastrointestinale Motilität) und im Zentralnervensystem (Schlaf-Wach-Rhythmus, Appetitkontrolle).
  • Vorkommen im menschlichen Körper u.a. in der Haut, in der Lunge und im Darm.
  • Erhöhte Konzentration in Lebensmitteln z.B. Erdbeeren, Käse, Thunfisch, Tomaten, Hefe, Schokolade, Rotwein und Sauerkraut (s.a.u. Histamin-Intoleranz).
  • Erhöhte Histaminfreisetzung im Organismus durch Zusatzstoffe, z.B. Tartrazin (Farbstoff in Gummibärchen) oder Tyramin (in Käse, Hefe Schokolade) mögich!
  • Erhöhte Histaminfreisetzung bei Stress.

Labor

Rasche Metabolisierung im Blut zu Methylhistamin (Halbwertszeit beträgt nur wenige Minuten), deshalb ist eine Bestimmung von Methylhistamin im Urin diagnostisch besser geeignet als ein Nachweis im Blut.

Merke! Vor Blut- oder Urinabnahme Meidung von Nahrungsmitteln mit hohem Histamingehalt.

Literatur
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  1. Jansen SC et al. (2003) Intolerance to dietary biogenic amines: a review. Ann Allergy Asthma Immunol 91: 233-240
  2. Renz H et al. (2009) In-vitro-Allergiediagnostik. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI). Allergo J 19: 110-128

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