Giftefeu

Zuletzt aktualisiert am: 20.11.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Poison ivy; Poison oak; Poison sumac; Rhus radicans; Rhus spp.; Toxicodendron spp.

Vorkommen

Nord- und Mittelamerika, verwandte Arten sind in China und Japan heimisch.

Anwendungsgebiet/Verwendung

Aufgrund der stark hautreizenden Wirkung wird der Saft oder Blattaufguss von Rhus- bzw. Toxicodendron-Arten als Rubefaziens oder als Narkotikum angewandt. In der Homöopathie auch Anwendung als Rheumamittel. Vom Gallen-Sumach werden die Gerbsäuren eingesetzt, aus dem Gewürz-Sumach die ätherischen Öle und Gerbstoffe. Aus dem Latex des japanischen bzw. chinesischen Lackbaums werden Lacke und Firnisse für Möbel, Kunstgegenstände und Schmuck hergestellt.

Unerwünschte Wirkungen

  • Die Kontaktallergie auf "Poison ivy" ist die am häufigsten beobachtete Allergie in den Vereinigten Staaten (poison oak contact dermatitis, Rhusdermatitis). Nach Schätzungen sind 60-80% der Bevölkerung durch eine oder mehrere Arten des Giftefeus sensibilisiert.
  • In Europa finden sich die Pflanzen nur in Botanischen Gärten, Sensibilisierungen dagegen spielen hierzulande keine Rolle. Die hier kultivierten Arten sind der Essigbaum (Hirschkolben-Sumach = Rhus typhina L.) und noch seltener der Perückenstrauch (Cotinus coggygria Scop. = Rhus cotinus L.).
  • Die wesentlichen Allergene sind die Urushiole. Sie sind die stärksten in der Natur vorkommenden Kontaktallergene. Sensibilisierungspotenz: Sehr stark. Sensibilisierungshäufigkeit: In den USA sehr häufig, in Europa sehr selten. Sensibilisierungsgefahr besteht bei Kunstgegenständen (Holzschmuck, Schmuckkästchen), bei Nahrungsmitteln (Mango = Mangifera indica L.).
  • Die Schalen der Mangofrüchte enthalten die o.g. Urushiole. Keine Gefahr besteht im Kontakt gegenüber geschälten und gerösteten Cashew-Nüssen.

 Merke! Besteht eine Sensibilisierung gegenüber Anacardiazeen, so können Spuren von Urushiolen Rezidive auslösen. Eine Kreuzreaktivität besteht zu chemisch verwandten Brenzkatechinen oder anderen Phenolen.

Handelsnamen

Giftefeu ist in folgenden Externa vertreten: Sanato-Rhev®, Zeel®T Salbe

Literatur
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  1. Crawford GH, McGovern TW (2002) Poison ivy. N Engl J Med 347: 1723-1724
  2. Hausen BM, Vieluf K (1997) Allergiepflanzen, Pflanzenallergene. Ecomed Verlag Landsberg/München 215–218
  3. Kurlan JG, Lucky AW (2001) Black spot poison ivy: A report of 5 cases and a review of the literature. J Am Acad Dermatol 45: 246-249
  4. McGovern TW et al. (2000) Is it, or isn't it? Poison ivy look-a-likes. Am J Contact Dermat 11: 104-110
  5. Oh SH et al. (2003) Clinical and immunologic features of systemic contact dermatitis from ingestion of Rhus (Toxicodendron). Contact Dermatitis 48: 251-254
  6. Parkinson G (2002) Images in clinical medicine. The many faces of poison ivy. N Engl J Med 347: 35
  7. Shelley WB et al. (1965) Basophil degranulation induced by oral poison ivy antigen. Arch Dermatol 92: 147-150

Weiterführende Artikel (2)

Kontaktallergene; Nahrungsmittelallergene;
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