Giftefeu

Zuletzt aktualisiert am: 09.01.2020

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Poison ivy; Poison oak; Poison sumac; Rhus radicans; Rhus spp.; Toxicodendron spp.

Vorkommen

Nord- und Mittelamerika, verwandte Arten sind in China und Japan heimisch.

Anwendungsgebiet/Verwendung

Aufgrund der stark hautreizenden Wirkung wird der Saft oder Blattaufguss von Rhus- bzw. Toxicodendron-Arten als Rubefaziens oder als Narkotikum angewandt. In der Homöopathie auch Anwendung als Rheumamittel. Vom Gallen-Sumach werden die Gerbsäuren eingesetzt, aus dem Gewürz-Sumach die ätherischen Öle und Gerbstoffe. Aus dem Latex des japanischen bzw. chinesischen Lackbaums werden Lacke und Firnisse für Möbel, Kunstgegenstände und Schmuck hergestellt.

Unerwünschte Wirkungen

Die Kontaktallergie auf "Poison ivy" ist die am häufigsten beobachtete Allergie in den Vereinigten Staaten (poison oak contact dermatitis, Rhusdermatitis). Nach Schätzungen sind 60-80% der Bevölkerung durch eine oder mehrere Arten des Giftefeus sensibilisiert.

In Europa finden sich die Pflanzen nur in Botanischen Gärten, Sensibilisierungen dagegen spielen hierzulande keine Rolle. Die hier kultivierten Arten sind der Essigbaum (Hirschkolben-Sumach = Rhus typhina L.) und noch seltener der Perückenstrauch (Cotinus coggygria Scop. = Rhus cotinus L.).

Die wesentlichen Allergene sind die Urushiole. Sie sind die stärksten in der Natur vorkommenden Kontaktallergene. Sensibilisierungspotenz: Sehr stark. Sensibilisierungshäufigkeit: In den USA sehr häufig, in Europa sehr selten. Sensibilisierungsgefahr besteht bei Kunstgegenständen (Holzschmuck, Schmuckkästchen), bei Nahrungsmitteln (Mango = Mangifera indica L.).

Die Schalen der Mangofrüchte enthalten die o.g. Urushiole. Keine Gefahr besteht im Kontakt gegenüber geschälten und gerösteten Cashew-Nüssen.

 Merke! Besteht eine Sensibilisierung gegenüber Anacardiazeen, so können Spuren von Urushiolen Rezidive auslösen. Eine Kreuzreaktivität besteht zu chemisch verwandten Brenzkatechinen oder anderen Phenolen.

Handelsnamen

Giftefeu ist in folgenden Externa vertreten: Sanato-Rhev®, Zeel®T Salbe

Literatur
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  1. Crawford GH, McGovern TW (2002) Poison ivy. N Engl J Med 347: 1723-1724
  2. Hausen BM, Vieluf K (1997) Allergiepflanzen, Pflanzenallergene. Ecomed Verlag Landsberg/München 215–218
  3. Kurlan JG, Lucky AW (2001) Black spot poison ivy: A report of 5 cases and a review of the literature. J Am Acad Dermatol 45: 246-249
  4. McGovern TW et al. (2000) Is it, or isn't it? Poison ivy look-a-likes. Am J Contact Dermat 11: 104-110
  5. Oh SH et al. (2003) Clinical and immunologic features of systemic contact dermatitis from ingestion of Rhus (Toxicodendron). Contact Dermatitis 48: 251-254
  6. Parkinson G (2002) Images in clinical medicine. The many faces of poison ivy. N Engl J Med 347: 35
  7. Shelley WB et al. (1965) Basophil degranulation induced by oral poison ivy antigen. Arch Dermatol 92: 147-150

Weiterführende Artikel (2)

Kontaktallergene; Nahrungsmittelallergene;
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