Ekzem photoallergisches L56.1

Zuletzt aktualisiert am: 19.06.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Fotoallergen; fotoallergische Dermatitis; fotoallergisches Ekzem; fotoallergisches Kontaktekzem; Fotokontaktallergie; photoallergic dermatitis; photoallergic reaction; photoallergy; Photokontaktallergie

Definition

Photoallergische Dermatitis nach vorausgegangener spezifischer Sensibilisierung, hervorgerufen durch:

  • systemisch

oder

  • extern

applizierte, nicht obligat phototoxisch wirkende Substanzen.

Die Dermatitis tritt v.a. in belichteten Arealen auf (s.a. Photoallergie und Photoallergen).

Vorkommen/Epidemiologie

Bei Pat. mittleren oder höheren Lebensalters, die photoallergisch wirksame Medikamente einnehmen (s.a.u. Arzneimittelreaktion, unerwünschte).

Ätiopathogenese

Ausgelöst durch photoallergisch (s.u. Photoallergen) wirksame Substanzen (auch Medikamente), die durch lokale Applikation oder systemisch in die Haut gelangen und dort durch UV-Strahlen unterschiedlicher Wellenlängen (meist UVA-Strahlen) photochemisch angeregt werden (nur in wenigen Fällen ist UVB auslösend - z.B. bei Chlorpromazin-).

Das über verschiedene Prozesse  entstehende Vollantigen, führt  zur Sensibilisierung und bei Reexposition zu einer T-Zell-vermittelten Typ IV-Reaktion (s.u. Allergie) führt.

Manche systemisch applizierte "Photoallergene" sind ebenfalls als Kontaktallergene wirksam, sodaß sich die Testungen kompliziert gestalten und in ihrer Bedeutung nur unter Berücksichtigung von Anamnese und Klinik  aussagekräftig sind.  

Lokalisation

Ausschließlich an lichtexponierten Stellen. Gesicht mit Aussparung der geschatteten Hautregionen (Kinnschatten, retroaurikulär, axillär), Hals, Nacken, Brustregion (Decolletee); Rücken (Kleiderausschnitte), Unter-und Oberarme (streckseitig betont); Handrücken;    

Klinisches Bild

Charakteristisch und damit diagnostisch wegweisend ist das heliotropes Makromuster, wobei das Mikromuster das Bild eines Ekzems unterschiedlicher Akuität und unterschiedlichen Schweregrades zeigt (Erythem, Papeln, Papulo-Vesikeln, flächige Schuppungen und Juckreiz).

Im Gegensatz zu einer phototoxischen Dermatitis ist das "Kontaktmuster" nicht scharf, sondern  wie beim kontaktallergischen Ekzem unscharf begrenzt mit "ekzematösen Streuherden" jenseits des UV-Expositionsortes.

Histologie

Bild der spongiotischen Dermatitis (s.u. Ekzem).

Diagnose

 Je nach verdächtigtem Photoallergen (Photokotaktallergen oder systemisch applizierte Substanz) ist ein Photopatchtest oder eine systemische Photoprovokation durchzuführen.

Komplikation

Das Krankheitsbild kann bei fortgesetzter Allergenexposition in eine chronische, sich verselbstständigende Form übergehen (chronisches photoallergisches Kontaktekzem).

Therapie

Allergenmeidung, Vermeidung von direkter Sonneneinstrahlung, Sonnenschutz, externe Glukokortikoide wie 0,1% Hydrocortisonbutyrat (Laticort Creme) oder 0,1% Triamcinolon Creme (Triamgalen, R259 ), 0,05% Betamethason-V Lotio (Betagalen, R030 ) oder 0,1% Mometason (z.B. Ecural Salbe). Ggf. Antihistaminika wie Desloratadin (z.B. Aerius) 1-2 Tbl./Tag.

Hinweis(e)

Die häufigsten Auslöser eines fotoallergischen Kontaktekzems sind derzeit in Europa topische NSAIDs (z.B Ketoprofen, Etofenamat) sowie organische Lichtschutzfilter (z.B. Ocotcrylen, Benzophenon-4 sowie Butyl-methoxydibenzoylmethane, das in   kosmetischen Cremes mit "Lichtschutz" größere Verbreitung findet.

Literatur
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  1. Altmeyer P et al. (2007) Dermatologische Differenzialdiagnose. Springer Medizin Verlag
  2. Giudici PA et al. (1985) Experimental photoallergy to systemic drugs. J Invest Dermatol 85: 207-211
  3. Lehmann P et al. (2011) Lichtdermatosen: Diagnostik und Theapie. Dtsch Ärztebl 108: 135-14
  4. Mahler V (2015) Kontaktekzeme. Akt Dermatol 40: 95-107

Verweisende Artikel (1)

Isopropyl dibenzoylmethane (INCI);

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