Dithiocarbamate

Zuletzt aktualisiert am: 04.11.2016

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Allgemeine Information

Bewertung der Dithiocarbamate hinsichtlich der Auswirkung einer Allergie auf die Minderung der Erwerbsfähigkeit:
  • Man unterscheidet wasserlösliche Natrium-Dithiocarbamate von wasserunlöslichen Zink-Dithiocarbamaten. Aus dieser Gruppe von Substanzen sind klinisch relevant: Zink-diethyldithiocarbamat, Zink-dibuthyldithiocarbamat und Zink-dipentamethylendithiocarbamat. Auftreten insbes. in Elastomeren. Zink-dithiocarbamate werden oft in Kombination mit Diphenylguanidin als Zweitbeschleuniger eingesetzt. Daher ist insbes. in Schutzhandschuhen aus Latex und anderen Elastomeren mit dem gemeinsamen Auftreten von Zink-dithiocarbamaten und Diphenylguanidin zu rechnen, ebenso aber auch mit dem Auftreten in privater Umgebung, z.B. in Kondomen, Gummistiefeln, gummibeschichteter Kleidung, gummibeschichteten Werkzeugen, Dichtungen, Kabelisolierungen.
  • Zink-diethyldithiocarbamat gilt als wichtigstes Allergen aus der Gruppe der Dithiocarbamate. Diese Substanzen werden neben Thiuramen und Mercaptobenzothiazol-Derivaten als Vulkanisationsbeschleuniger bei der Produktion von Latexgummi und anderen Elastomeren verwendet.
  • Dithiocarbamate werden auch als Fungizide eingesetzt. Hierzu zählen: Zink-dimehyldithiocarbamat (Ziram), Zink-ethylen-bis-dithiocarbamat (Zineb) und Manganethylen-bis-dithiocarbamat (Maneb).
  • Kreuzreaktionen mit Thiuramen sind vielfach beschrieben.
  • Relevante berufliche Expositionen: Arbeitsplätze im Bereich der Gummiherstellung und -verarbeitung, der Montage von gummihaltigen Werkstücken sowie von Kabelisolierungen, Dichtungen und Hydraulikschläuchen, wenn diese einen relevanten Kontakt zu Dithiocarbamaten einschließen. Dithiocarbamate werden weiterhin als Fungizide eingesetzt. Dadurch können landwirtschaftliche Berufe und Berufe im Bereich des Gartenbaus, der Herstellung und Verarbeitung von Pflanzenschutzmitteln sowie der Schädlingsbekämpfung verschlossen sein.
  • Auswirkung einer Allergie: "Geringgradig" bei isolierter Sensibilisierung in Anbetracht der schwerpunktmäßigen Verwendung des Allergens in Schutzhandschuhen und der Möglichkeiten zur Allergenmeidung. "Mittelgradig" bei sehr ausgeprägtem Sensibilisierungsgrad mit Relevanz für gelegentliche Kontakte mit allergenhaltigen Gummiprodukten; diese sind gesondert zu begründen.
  • Verschlossene Arbeitsbereiche sind Arbeitsplätze in der Gummiherstellung- und Verarbeitung, wenn Dithiocarbamate verarbeitet werden. Verschlossen sind landwirtschaftliche Berufe oder Berufe im Bereich des Gartenbaus, der Herstellung und Verarbeitung von Pflanzenschutzmitteln sowie der Schädlingsbekämpfung. Eine Gefährung besteht bei Montagetätigkeiten von Gummi-haltigen Werkstoffen, Kabelisolierungen, Dichtungen, Hydraulikschläuchen.

Literatur
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  1. Diepgen TL et al. (2005) Evidenzbasierte Beurteilung der Auswirkung von Typ-IV-Allergien bei der Minderung der Erwerbsfähigkeit - Begutachtung berufsbedingter Hautkrankheiten. Hautarzt 56: 207-223
  2. Diepgen TL, Dickel H, Becker D, John SM, Geier J, Mahler V, Rogosky E, Schmidt A, Skudlik C, Wagner E, Weisshaar E, für die Arbeitsgruppe "Bewertung der Allergene bei BK 5101" der Arbeitsgemeinschaft für Berufs- und Umweltdermatologie in der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (2008) Beurteilung der Auswirkung von Allergien bei der Minderung der Erwerbsfähigkeit im Rahmen der BK 5101: Thiurame, Mercaptobenzothiazole, Dithiocarbamate, N-Isopropyl-N'-phenyl-p-phenylendiamin. [Evaluation of the effects of allergies on the reduction in earning capacity in the context of BK 5101: thiurams, mercaptobenzothiazoles, dithiocarbamates, N-isopropyl-N'-phenyl-p-phenylenediamine]. Dermatol Beruf Umwelt 56: 11-24

Verweisende Artikel (1)

Gummiallergie;

Weiterführende Artikel (2)

MdE; Thiurame;
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